„Menschen können Demokratie nicht mit Machtlosigkeit verbinden“, sagte er. „Fragt nicht Amerika, was sie für unsere Sicherheit tun können, fragt euch, was wir für unsere Sicherheit tun können“, sagte er am Mittwoch in Straßburg in einer Rede vor dem Europäischen Parlament.
Polen ist im kommenden halben Jahr Vorsitzender des Rates der Europäischen Union. Tusk teilte den Europaabgeordneten mit, dass der polnische Ratsvorsitz auch die illegale Migration verringern wolle, da die EU die Sicherheit ihrer Grenzen und ihres Territoriums gewährleisten müsse, um Sicherheit und Stabilität zu garantieren. Tusk betonte, dass Migration unter Kontrolle gebracht werden könne, ohne nationalistische und fremdenfeindliche Parolen.
Er wies auch auf die Erweiterung der EU und den Beitritt der Ukraine als Ziele für die Zukunft hin. Zudem wollen auch Länder auf dem westlichen Balkan der EU beitreten.
Viele Europaabgeordnete drängten darauf, den Bezug von Energie aus Russland weiter zu reduzieren. Gleichzeitig müsse die EU garantieren, dass die Bürger Zugang zu bezahlbarer Energie haben. Deshalb ist der polnische Liberale auch der Meinung, dass die Umweltanforderungen des Green Deals angepasst werden sollten. Damit nähert sich Tusk der Richtung der europäischen EVP-Christdemokraten an, die in der EU in den kommenden Jahren Umwelt- und Klimagesetze bremsen wollen.
Mitglieder des Europäischen Parlaments begrüßten die Pläne und Ambitionen des polnischen Ministerpräsidenten. Eine Mehrheit unterstützt Tusks Aufruf, Sicherheit und Verteidigung Vorrang einzuräumen. Sie sehen die Notwendigkeit höherer Militärausgaben ein. Außerdem müsse Europa eine starke Verteidigungsindustrie entwickeln. Tusk schloss: „Unsere Zukunft liegt in unseren Händen, nicht in denen der Chinesen oder Amerikaner, und wir dürfen keine Angst haben.“

