Die Europäische Kommission muss den Export lebender Tiere in Länder außerhalb der EU sofort stoppen. Dafür plädiert die niederländische Europaabgeordnete Anja Hazekamp (Partei für die Tiere). Hazekamp beantragte am Montag in Straßburg eine Sondersitzung zum Thema der inakzeptablen Zustände beim Tiertransport.
Die Partei für die Tiere stellte den Antrag nach dem Havariefall eines Frachtschiffes mit Tieren, das am Sonntag nahe dem rumänischen Hafen Midia kenterte und bei dem 14.600 Schafe ins Wasser fielen. Tierschutzorganisationen und rumänische Medien berichten, dass nur wenige Dutzend Schafe lebend gerettet wurden. Außerdem wird gemeldet, dass das gekenterte Schiff möglicherweise überladen war.
Hazekamp erhielt mit ihrem Antrag Unterstützung von der liberalen Renew-Fraktion, diese wollte die Debatte jedoch zur besseren Vorbereitung auf die Plenarsitzung im Dezember verschieben. Dem stimmte die Antragstellerin zu.
Hazekamp betont, dass das Kentern des Schiffes kein „Einzelfall“ sei. „Alte ausländische Frachtschiffe legen immer häufiger in den Außenhäfen der EU an, um Millionen Tiere nach Asien, Nordafrika und in den Nahen Osten zu transportieren. Die Transporte können dann wochenlang dauern, wobei europäische Tierschutzbestimmungen völlig ignoriert werden. Europa muss dem nun Einhalt gebieten“, so Hazekamp.
Im vergangenen Sommer besuchte Hazekamp den Hafen von Midia selbst. Auch damals wurden gravierende Missstände bei einem Transport von siebzigtausend Schafen an den Persischen Golf festgestellt. Schafe wurden misshandelt und bei Temperaturen bis zu 46 Grad transportiert, was gegen die europäischen Regeln für Tiertransporte verstößt. Die Europäische Kommission prüft auf Antrag der Partei für die Tiere derzeit, ob ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Rumänien eingeleitet werden kann.

