In einem Schreiben an die Länder, die die Berner Konvention unterzeichnet haben, äußern die elf Parteien große Besorgnis über den Vorschlag der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, dem Wolf den Status des streng geschützten Tieres zu entziehen. Das Schreiben wurde am Mittwochnachmittag in Straßburg dem Expertengremium der Berner Konvention übergeben, das am 3. Dezember eine Entscheidung über den Wolf treffen wird.
„Die Abschwächung des Schutzes des Wolfs ist das Ergebnis einer politischen Hexenjagd. Es erinnert an das 19. Jahrhundert, als Wölfe in Europa massenhaft ausgerottet wurden. Man würde hoffen, dass die Menschheit in zwei Jahrhunderten etwas gelernt hat: nämlich, dass wir uns öfter an die Natur anpassen sollten, statt umgekehrt“, sagte die niederländische Europaabgeordnete Anja Hazekamp (Partei für die Tiere).
„Von der Leyens Plan, Wölfe zu erschießen, ist kurzen Blicks und grausam. Der Wolf ist gerade eine gute Nachricht für unsere Natur. Als Menschheit verfügen wir über die Intelligenz, die Technologie und die Verantwortung, um dafür zu sorgen, dass Menschen und Wölfe friedlich nebeneinander existieren können“, so Hazekamp.
Ihr zufolge gibt es dennoch Hoffnung für den Wolf: „Selbst wenn der strenge Schutz unter der Berner Konvention aufgehoben wird, ist der Wolf weiterhin streng durch EU-Recht (Habitatrichtlinie) und nationales Recht (Umweltgesetz) geschützt. Jedes EU-Land kann ein Veto einlegen, um zu verhindern, dass der Wolf seinen gesetzlichen Schutz unter der Habitatrichtlinie verliert.“

