Die Abwicklung der neuen europäischen Agrarpolitik verzögert sich aufgrund zunehmender Corona-Infektionen in Brüssel.
Die Reisebeschränkungen wurden weiter verschärft, sodass kombinierte physische Trilog-Verhandlungen des Europäischen Parlaments, der Europäischen Kommission und der EU-Länder vorerst nicht stattfinden können.
Da die zweite Welle der Pandemie derzeit die EU-Hauptstadt mit voller Wucht trifft, kündigte der aktuelle deutsche EU-Vorsitz an, dass physische Treffen mit noch größerer Vorsicht organisiert werden müssen. Auch virtuelle Treffen sollen auf wirklich wichtige Themen beschränkt bleiben.
Nachdem die EU-Agrarminister und das EU-Parlament letzte Woche jeweils eigene Positionen zur Agrarreform erzielt haben, wird das Aushandeln eines gemeinsamen Kompromisses aller EU-Institutionen zweifellos einige Zeit in Anspruch nehmen. Der politisch-parlamentarische Abschluss der EU-Agrarreform beginnt daher frühestens irgendwann im nächsten Jahr.
Darüber hinaus haben europäische Umweltorganisationen und die Grünen im Europäischen Parlament eine Öffentlichkeitskampagne gestartet, um bei den EU-Kommissaren Von der Leyen und Timmermans darauf zu dringen, die Agrarabkommen der vergangenen Woche vollständig zurückzuziehen und einen neuen Vorschlag vorzulegen. Sie sind der Ansicht, dass die Landwirtschaftsminister die Agrarpolitik derart „ausgehöhlt“ haben, dass weiterhin nichts gegen seit Jahren bestehende Missstände unternommen wird.
Die europäischen Grünen sind der Meinung, dass die Klimaziele des Green Deal und die Bekämpfung der CO2-Verschmutzung (Pariser Abkommen) nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Dies war auch der Kern der Kritik vieler Umweltorganisationen. Der niederländische Europaabgeordnete Bas Eickhout sagt, Von der Leyen und Timmermans müssten dafür sorgen, dass ihr eigenes Flaggschiff Green Deal bestehen bleibt.

