WUR-Forscher Roel Jongeneel hat dem Europäischen Parlament mitgeteilt, dass die Ergebnisse seiner Studie zu den Folgen des Green Deal und der Bauern-zu-Tisch-Ernährungsstrategie vor allem indikativ sind.
In einer gemeinsamen Anhörung des AGRI-Agrarausschusses und des ENVI-Umweltausschusses betonte Jongeneel, dass seine Studie vor allem die Auswirkungen auf der Produktionsseite betrachtet. Auf das Einkommen bezieht sich seine WUR-Studie lediglich indikativ.
Jongeneel gab gestern in der Anhörung eine Erläuterung zu zwei WUR-Studien über mögliche Folgen der Bauern-zu-Tisch-Strategie für den Ackerbau und die Tierhaltung. Mithilfe von Folien machte er deutlich, dass der Green Deal und F2F voraussichtlich negative Auswirkungen von 10 bis 15 Prozent sowohl auf die tierische als auch die pflanzliche Produktion in der EU haben werden. Die Folgen werden je nach Kulturpflanze, Betriebssystem und vor allem Region variieren.
Jongeneel betonte am Dienstagnachmittag, dass es pro Land große Unterschiede geben könne, abhängig davon, wie die EU-Politik künftig pro Land über die NSPs in der Praxis umgesetzt wird. „Wir haben nur einige Fallstudien durchgeführt; es hängt sehr viel davon ab, welche Politik genau implementiert wird und auch wie die Dinge lokal angegangen werden. Darüber ist derzeit noch sehr wenig bekannt.“
Die WUR-Studien wurden im Auftrag von CropLife Europe und Copa-Cogeca durchgeführt und konzentrieren sich vor allem auf die Folgen für die Landwirtschaft. Eine dieser Studien zeigt, dass die Einkommenseffekte sowohl stark positiv als auch negativ ausfallen können. Eine positive Einflussgröße ist die Erwartung von Preissteigerungen infolge des Green Deal.
Ein negativer Faktor sind die zusätzlichen Umweltanforderungen, die zu weiteren Einschränkungen und höheren Kosten führen. „Ich betone immer wieder, dass es große regionale Unterschiede gibt. Innerhalb der EU könnten Verschiebungen in der Produktion stattfinden. Manche Länder könnten gewinnen (z. B. in Osteuropa) und andere verlieren (Länder mit Umwelt-Hotspots).“ Jongeneel nannte das „eine schwierige Geschichte“.
Außerdem ist noch unklar, in welchem Maße der Staat die Bauern mit gezielten Zahlungen unterstützen wird. „Unsere Zurückhaltung hängt auch damit zusammen: Es ist noch sehr viel einfach nicht bekannt, wie soll man da die Auswirkungen einschätzen? Was jetzt gemacht wird, ist vor allem indikativ“, sagte Jongeneel auf Nachfragen um eine Erläuterung.

