Donnerstag, 15. April 2021
Zuhause Europäische Kommission Biodiversität in EU: weniger Gift und mehr Bäume im ökologischen Landbau

Biodiversität in EU: weniger Gift und mehr Bäume im ökologischen Landbau

Die Europäische Kommission will den Einsatz von Pestiziden in zehn Jahren halbieren. Dies geht aus einem Vorschlag zur Verbesserung der biologischen Vielfalt hervor, der am 20. Mai zusammen mit dem Green Deal-Klimaplan veröffentlicht wird.

Der Entwurf der Biodiversitätsstrategie sieht außerdem vor, dass bis 2030 mindestens ein Viertel der landwirtschaftlichen Nutzfläche organisch bewirtschaftet wird. Außerdem müssen bis dahin drei Milliarden neue Bäume gepflanzt werden, um Kohlendioxid aus der Atmosphäre aufzunehmen und die Städte grüner zu machen. Der Anteil der „streng geschützten“ Gebiete von ieden am EU an Land und auf See sollte ebenfalls erhöht werden.

In dem jetzt durchgesickerten Visionsentwurf wurde noch nicht festgelegt, um welche Pestizide es sich handelt und wie die Reduzierung angewendet werden soll. Es ist die Rede davon, den Einsatz von „chemischen“ Pestiziden und „riskanten“ Pestiziden zu halbieren.

Mit diesem Schritt beabsichtigt die Kommission, das massive Aussterben der für die Bestäubung wichtigen Bienen zu stoppen. Nach Angaben der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit haben sich Imker in Westeuropa über einen deutlichen Rückgang der Bienenvölker in den letzten 15 Jahren beschwert.

Bereits 2018 hatte das Europäische Parlament den Einsatz der weltweit am häufigsten verwendeten Pestizide, der sogenannten Neonicotinoide, eingeschränkt, die nur in geschlossenen Gewächshäusern eingesetzt werden sollten. Viele Länder haben hierfür noch vorübergehende Ausnahmen gewährt.

Einige europäische Agrarorganisationen und Europaabgeordnete befürchten, dass ein umfassendes Verbot von Pestiziden zu sinkenden Ernteerträgen führen könnte. Sie fordern die Europäische Kommission auf, die Auswirkungen eines Verbots zu untersuchen, bevor Ziele festgelegt werden.

Die Bio-Lebensmittel- und Landwirtschaftsorganisation IFOAM hingegen verfolgt ehrgeizigere Ziele als der aktuelle EU-Vorschlag und fordert eine Reduzierung der synthetischen Pestizide um 80 Prozent bis 2030 und ein vollständiges Verbot bis 2035.

Chemieunternehmen wie Bayer sind von einem Verbot stark betroffen. Bayer erzielte im vergangenen Jahr mehr als 45 Prozent seines Umsatzes mit Pflanzenschutzmitteln und Saatgut. Bayer hat durch den Kauf des US-Unternehmens Monsanto für $ 63 Milliarden erheblich expandiert.

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