Samstag, 28. November 2020
Zuhause EU Klimajugend protestiert gegen schwächere neue EU-Agrarpolitik

Klimajugend protestiert gegen schwächere neue EU-Agrarpolitik

Im Berlaymont-Gebäude der Europäischen Kommission demonstrierten Dutzende junger Menschen aus der EU-weiten Klimabewegung erneut gegen die neue GAP-Agrarpolitik. Genau wie an den letzten beiden Wochenenden verteilten die Jugendlichen erneut Flugblätter an Passanten.

Laut der Klimajugend bekämpft die neue GAP die Klimakrise nicht. Andererseits fordert die europäische Dachorganisation für Junglandwirte (CEJA) die Gegner der GAP-Reform auf, nicht mehr zu protestieren und über Verbesserungen im Rahmen der heute vorliegenden Rechtstexte nachzudenken.

Letzte Woche haben sowohl das Europäische Parlament als auch der Rat der LNV-Minister ihre Positionen zu einer gewünschten Modernisierung der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik angenommen. Diese Positionen sind jedoch wesentlich weniger weitreichend als der Vorschlag der Europäischen Kommission.

Die linken Fraktionen im Europäischen Parlament haben daher gegen die Abschwächung gestimmt und nun gemeinsam mit Klima- und Umweltgruppen die Rücknahme des gesamten Vorschlags gefordert.

Etwa ein Drittel des EU-Haushalts wird in den nächsten sieben Jahren für die Agrarpolitik verwendet, aber laut der Klimajugend trägt dies nur zum weiteren Verlust der biologischen Vielfalt bei, indem „die intensive Monokultur-Landwirtschaft mit Pestiziden gefördert wird“. Die Organisation will den Druck auf europäische Entscheidungsträger in den kommenden Wochen mit Online- und Offline-Kampagnen weiter erhöhen.

Auch die europäische Agrarjugend ist mit den aktuellen Texten der neuen Agrarpolitik nicht zufrieden. Sie nennen dies "einen nicht legalen Visionstext, der von einer kleinen Gruppe von Menschen im Berlaymont-Gebäude verfasst wurde und eine ungenaue und unvollständige Vision der Realität, Dynamik und Ambitionen der Landwirtschaft des 21. Jahrhunderts zeigt".

Dies bedeutet jedoch nicht, dass Junglandwirte die Ziele des Europäischen Green Deal nicht kennen. Junglandwirte sagen auch, dass sie den aktuellen Status quo verteidigen wollen.

Junglandwirtverbände seien in der Debatte immer eine kritische, aber konstruktive Stimme gewesen, heißt es. "Auch für uns entspricht die vorgeschlagene Reform nicht vollständig den Ideen und Visionen, die wir für die Zukunft der europäischen Landwirtschaft haben", sagte er.

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