Montag, 19. April 2021
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Antillen-Inseln können nicht mit Flüchtlingen Venezuelas umgehen

Nach Angaben des Niederländischen Roten Kreuzes besteht für Venezolaner, die nach Aruba und Curaçao geflohen sind, ein dringender Bedarf an einer humanitären Lösung. Tausende Menschen sind aus Venezuela geflohen und leben jetzt auf den Inseln und müssen selbst Nahrung, Unterkunft oder Medikamente finden. Die Menschen leben ständig in Angst; Ausbeutung und Menschenhandel seien ein großes Risiko, sagte das Niederländische Rote Kreuz.

Die Situation der venezolanischen Flüchtlinge auf den Niederländischen Antillen ist dramatisch: Laut einem aktuellen Bericht von Refugees International ist es eines der schlimmsten in der Region. Anfang des Jahres besuchte eine Delegation der Hilfsorganisation die Insel Curaçao. Sie kamen zu dem Schluss, dass Curaçao der wachsenden Zahl venezolanischer Flüchtlinge keinerlei Schutz bietet, berichtete die Katholiek Weekblad zuvor.

Seit den Unruhen in Venezuela haben rund 56.000 Menschen den Weg zu den sogenannten ABC-Inseln (Aruba, Bonaire und Curaçao) gefunden, von denen die nächstgelegene weniger als 32 Kilometer von der Küste Venezuelas entfernt ist. Nach Angaben des Roten Kreuzes flohen die meisten nach Curaçao (25.000). Die offizielle Nummer ist unbekannt, da sich viele aus Angst vor einer Verhaftung verstecken.

Das Rote Kreuz sagte auch, dass venezolanische Flüchtlinge allein sind. Dies erhöht das Risiko von Missbrauch, Menschenhandel und Zwangsprostitution. In den letzten Monaten haben verschiedene andere Hilfsorganisationen Bedenken hinsichtlich der katastrophalen Lage auf den Niederländischen Antillen geäußert, darunter die örtliche Caritas, die im Auftrag der Kirche humanitäre Hilfe leistet.

Das größte Problem ist laut Caritas das Fehlen einer offiziellen Migrationspolitik. Dies gilt insbesondere für Venezolaner ohne legale Dokumente. Nach ihrer Verhaftung werden sie in die sogenannte "Flüchtlingskaserne" (#8216) gesperrt.

Auf den Inseln besteht kein Asylrecht. Die meisten Menschen haben nicht die Möglichkeit, internationalen Schutz zu beantragen. Der Grund dafür ist, dass Curaçao die Genfer Flüchtlingskonvention nie unterzeichnet und den Flüchtlingsstatus nicht anerkennt.

Alle Venezolaner, die letztendlich verhaftet werden, müssen ihr eigenes Ticket einlösen. Wenn sie nicht das Geld dafür haben, bleiben sie im Gefängnis, bis Familienmitglieder oder Freunde das Geld zur Verfügung stellen können. Geschieht dies nicht, werden die Regierung und das Konsulat um Hilfe gebeten. Dieser Prozess dauert Monate.

Der Flüchtlingsstrom ist eine große Herausforderung für die ABC-Inseln, insbesondere für Curaçao und seine 160.000 Einwohner. Die Krise in Venezuela hat die Wirtschaft stark geprägt. Die durch die Lage in Venezuela verursachte Schließung der Ölraffinerie auf Curaçao war ein schwerer Schlag für die Insel und führte zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit. Derzeit sind 26 Prozent der Menschen arbeitslos und die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei rund 40 Prozent. Experten sagen, es ist klar, dass Curacao den Zustrom von Flüchtlingen nicht alleine bewältigen kann.

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