Freitag, 22. Januar 2021
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Deutsche Schweinezüchter wollen die Ausstiegsprämie stoppen oder umstrukturieren

Mehr als die Hälfte der deutschen Schweinezüchter ist sehr daran interessiert, die Schweineproduktion gegen eine angemessene finanzielle Entschädigung zu verlassen. Neben Subventionen für die Modernisierung und den Umbau von Ställen könnte auch eine bezahlte vollständige Kündigung („Exit Bonus“) eine Alternative sein.

Eine Studie des Instituts für Agrarökonomie der Universität Kiel zeigt, dass deutsche Landwirte sehr an einem Buy-out-Programm interessiert sind. 60 Prozent der befragten deutschen Schweinehalter können sich eine bezahlte Abkehr von der Schweinehaltung vorstellen. In den Niederlanden ist ein solcher Ausstiegsbonus („Warm Sanierung“) bereits Realität. Die Universität Kiel hat untersucht, wie ein solches niederländisches Programm bei fast 500 deutschen Schweinezüchtern bewertet wird.

In landwirtschaftlichen Kreisen freuen sich die Menschen mit Angst und Zittern und etwas Misstrauen auf Mitte Februar, wenn die sogenannte Borchert-Kommission lang erwartete Vorschläge zur Modernisierung der deutschen Landwirtschaft und Viehzucht vorlegt. Der Tenor der meisten Vorschläge des ehemaligen Landwirtschaftsministers ist bereits bekannt: weniger Umweltverschmutzung, mehr Bio, weniger Düngemittel und chemische Hilfsmittel sowie eine tierfreundlichere landwirtschaftliche Bevölkerung.

Für die deutsche Fleischindustrie gibt es einige zusätzliche Anforderungen: ein Verbot von Käfigen, die obligatorische Verwendung im Freien, die Trennung von Gülle und Abfall, das Verbot der nicht betäubten Kastration und Schlachtung. Erste Berechnungen zeigen, dass die deutsche Schweineindustrie viele Millionen frühzeitig abwerten und neue Gebäude für Milliarden bauen muss.

Darüber hinaus steht die große deutsche Fleischindustrie seit dem Ausbruch der Korona im vergangenen Jahr unter einer Lupe, weil die großen deutschen Schlachthofchefs zu wenig gegen die Koronainfektionen bei ihren angestellten Mitarbeitern unternommen haben. Auch die Arbeitsbedingungen in der fleischverarbeitenden Industrie wurden erneut beeinträchtigt und neue, strengere Arbeitsgesetze eingeführt.

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner wird in Kürze Berechnungen vorlegen, um zu zeigen, dass nicht alles so schnell und nicht alles auf einmal erledigt werden kann. Sie hat eine Subvention von einer Milliarde Euro in Reserve, aber das wird wahrscheinlich hauptsächlich der Milch- und Geflügelindustrie zugute kommen.

Für ein Drittel der deutschen Schweinehalter wäre es wichtig, die Branche nicht vollständig zu verlassen, sondern auf andere Weise in der Schweinehaltung aktiv zu bleiben, unter Stichwörtern wie mehr Tierschutz, weniger Tierheime. Ein Drittel der Befragten kann sich vorstellen, ganz aufzuhören, die alten Ställe komplett zu verkaufen und ein Bauverbot zu akzeptieren. Das letzte Drittel lehnt jegliches Finanzierungsprogramm für „warme Renovierung“ vollständig ab.

Für die teilnehmenden Landwirte war die Höhe der Entschädigung der wichtigste Faktor bei ihrer Entscheidung. Wenn mehr Geld angeboten wird, zeigen mehr deutsche Schweinehalter die Bereitschaft, auszusteigen. Der Hauptgrund, warum deutsche Schweinehalter sich sogar einen bezahlten Ausstieg vorstellen könnten, sind die strengeren Tierschutz- und Umweltschutzgesetze.

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