Montag, 19. April 2021
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Marokkanische Landwirtschaft: stärker von der Dürre betroffen als von der Korona

Die marokkanische Landwirtschaft und insbesondere der Getreideanbau sind in diesem Jahr viel stärker von Wasserknappheit betroffen als von der Korona. Erste nationale Studien zeigen, dass die Koronapandemie erhebliche negative wirtschaftliche Folgen hat.

Die Wirtschaft schrumpfte um fast -14%, fast 600.000 Arbeitsplätze gingen verloren und der Wert des exportorientierten Außenhandels schrumpfte um -20%. Der Rückgang der Agrarexporte war jedoch auf 6,4 % begrenzt, hauptsächlich aufgrund eines zunehmenden Wassermangels für die landwirtschaftliche Bewässerung.

Die letzten drei Jahre waren in Marokko bereits besonders trocken, berichtet der Landwirtschaftskonsul der niederländischen Botschaft in Rabat. Insbesondere der aktuelle Wasserstand in den Wasserreservoirs ist besorgniserregend für die kommenden Ernten.

Marokko musste in diesem Jahr eine Rekordmenge Getreide importieren, nachdem die Ernte in diesem Frühjahr aufgrund von Regenmangel um -42% gefallen war. Jetzt, da es noch weniger Wasser gibt, werden in den kommenden Monaten auch zusätzliche Getreideimporte erforderlich sein, so wird dies erwartet.

Das instabile Klima mit langen Dürreperioden macht die Landwirtschaft besonders schwierig. In der Landwirtschaft besteht ein großer Bedarf an einer effizienteren Wassernutzung, und die Verringerung der enormen Verluste bei der Wasserverteilung ist eine absolute Notwendigkeit. Die Wiederverwendung von Abwasser in der Landwirtschaft verdient ebenfalls Aufmerksamkeit. Die Versalzung von Böden aufgrund von falschem Wasserverbrauch und Überdüngung bedroht laut Experten die marokkanische Landwirtschaft und den Gartenbau vielerorts.

Die Küstengebiete im Norden und Westen haben die meisten Niederschläge, die südlichen Gebiete wie Agadir und Marrakesch sind viel stärker von der Bewässerung aus Stauseen und teilweise aus unterirdischen Quellen abhängig.

In den letzten drei Jahren ist die Wiederauffüllung der marokkanischen Stauseen von 57% auf 40% zurückgegangen. Besonders in den Becken im Süden, wie in der Region Agadir, ist der Pegel sogar auf dramatische 15% gefallen. In der Region Marrakesch ist der Pegel ebenfalls auf 17,7 % gefallen.

Marokko verfügt derzeit über rund 150 größere Stauseen mit einer Gesamtkapazität von 18 Milliarden Kubikmetern. In den nächsten 30 Jahren werden im größten Fluss des Landes, dem Oued Sebou in Zentralmarokko, mindestens 10 weitere Stauseen gebaut. Darüber hinaus wird derzeit südlich von Agadir eine große Wasserentsalzungsanlage gebaut.

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