Nachhaltigkeit wird für den niederländischen Lebensmittelverbraucher immer wichtiger. Sie halten Ehrlichkeit, Tierschutz, Umweltfreundlichkeit sowie Begriffe wie Transparenz und natürliche/regionale Produktion für wichtiger denn je.
Dieses Jahr ist deutlich anders als die Vorjahre, sagt Marleen Onwezen, Forscherin an der Wageningen University & Research, die im Auftrag des Spitzenclusters Agri & Food die halbjährliche Agrifood Monitor durchführte.
„60 % der Menschen geben an, dass ihnen Nachhaltigkeitsproduktmerkmale beim Kauf von Produkten wichtig sind. Denken Sie an Gütesiegel für Tierschutz, recyclebare Verpackungen oder ein pflanzliches Produkt. Als wir fragten, ob Verbraucher bereit wären, mehr für nachhaltige Produkte zu bezahlen, sagten 60 %, dass sie dies tun würden.“
Auch aus dem Monitor geht hervor, dass die Wertschätzung für den niederländischen Agri & Food Sektor weiter wächst. Im Jahr 2020 war erstmals ein Anstieg zu sehen, der sich 2021 stabilisierte. So bewerten die Niederländer die Agrarbranche als Ganzes höher als die pharmazeutische Industrie oder Energieunternehmen. Die Schweinehaltung wird jedoch weniger positiv beurteilt.
Die Wahrnehmung aktueller Ereignisse hat ebenfalls Einfluss auf die Bewertung, wie durch Bauernproteste, das Coronavirus und die Stickstoffkrise. Es zeigt sich, dass negative Emotionen über die Bauernproteste und die Stickstoffkrise dazu führten, dass die Menschen negativer über den Sektor denken.
Brot, Obst, Gemüse, Fleisch und Milchprodukte werden am häufigsten konsumiert. Fleisch und tierische Produkte wie Milch führen nach wie vor, während alternative Eiweißquellen wie Fleischersatzprodukte, Algen, Tofu, Hülsenfrüchte und Fisch deutlich weniger konsumiert werden.
Der Agrifood Monitor ist eine wiederkehrende Studie, die seit 2012 zweimal jährlich durchgeführt wird und seit 2020 jährlich von der Wageningen University & Research. Ein repräsentatives Panel von über 3000 Niederländern wird nach ihrer Meinung zur Landwirtschafts- und Ernährungsbranche befragt.

