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Amerikanische Landwirte blicken erwartungsvoll auf Bidens Landwirtschaftsministerin

Iede de VriesIede de Vries

In der amerikanischen Agrarbranche wird mit Spannung die Ernennung des designierten Präsidenten Joe Biden für das USDA-Ministeramt erwartet. Biden hat bereits Kandidaten für mehrere wichtige Ministerien vorgestellt; die Benennung für das USDA wird bald erwartet. Biden wird am 20. Januar vereidigt.

Das amerikanische Landwirtschaftsministerium gilt als einflussreich und umfangreich, auch wegen der Lebensmittelpakete für Millionen Amerikaner, die über Tafel verteilt werden. Der Inhalt dieser Pakete wird vom USDA eingekauft, bezahlt und verteilt.

Das Ernährungsprogramm wird alle fünf Jahre erneuert und ist für das landwirtschaftliche Amerika eine wichtige Einnahmequelle. Zudem ist das USDA eines der größeren Ministerien, da alle Parkranger, Förster und Gebietsverwalter aller amerikanischen Parks und Naturschutzgebiete unter seine Zuständigkeit fallen.

In den letzten Wochen kursierten in den amerikanischen Agrarfachzeitschriften einige Namen von möglichen Kandidaten für das Ministeramt, doch das Biden-Team hat die Suche inzwischen auf zwei häufig genannte Favoriten eingeengt: die ehemalige Senatorin Heidi Heitkamp (D-North Carolina) und die Abgeordnete Marcia Fudge (D-Ohio).

Letzte Woche bezeichnete das Magazin Politico Heitkamp (65) als Bidens „Top-Kandidatin“. Sie genießt unter anderem die Unterstützung von Tom Vilsack, dem damaligen Leiter der Milchindustrie während der Obama-Regierung. Vilsack gilt jetzt als Bidens wichtigster informeller Berater in Fragen der ländlichen Entwicklung und Agrarpolitik. Vilsack selbst wird ebenfalls genannt, doch für die Demokraten spricht gegen ihn, dass er ein weißer Mann von Durchschnitt ist.

Die ehemalige Senatorin Heitkamp gehörte viele Jahre dem Landwirtschaftsausschuss des Senats an und gilt als traditionelle Demokratin: Jeder in der amerikanischen Agrarwelt kennt sie. Heitkamp hat den Ruf politisch konservativ zu sein und widerspricht gelegentlich der Linie der Demokraten.

So war sie etwa für den umstrittenen Bau einer Ölpipeline durch Naturschutzgebiete in Alaska und gegen Gesetze zur Waffenbeschränkung. Ihre Ernennung dürfte bei den Anhörungen im Senat voraussichtlich keine Probleme bereiten.

Ihre Konkurrentin ist die Abgeordnete Marcia Fudge (68). Sie wird von der Congressional Black Caucus unterstützt. Fudge ist ehemalige Vorsitzende dieser Lobbygruppe schwarzer Politiker in den USA. Befürworter sagen, dass sie eine neue Schwerpunktsetzung auf die Rolle des USDA in städtischen Gebieten legen würde und nicht nur auf das ländliche Amerika.

Marcia Fudge hat die Unterstützung von Dutzenden Anti-Hunger-Organisationen, Gewerkschaften und linken Aktivisten. Sie gilt als eine der Kandidatinnen, die Bidens Forderung nach „mehr Frauen, mehr Schwarzen, mehr Modernen“ in seinem Kabinett Nachdruck verleihen könnte, ähnlich wie seine Vizepräsidentin Kamala Harris.

Die Kandidatur von Fudge gegenüber Heitkamp ist auch ein Zeichen für die derzeitige Richtungsdebatte innerhalb der Demokraten: bürgerlich-sozialdemokratisch versus links-progressiv, modern.

In amerikanischen Agrarkreisen werden diese beiden Kandidatinnen auch als typisch für eine zukünftige USDA-Politik angesehen: das traditionelle landwirtschaftliche Mittleres Westen versus die städtischen Ost- und Westküsten, der Bauer versus der Konsument, der Produzent versus die Agrarindustrie, traditionell versus bio.

Außerdem ist die Lebensmittel- und Agrarwelt in den USA bislang vorwiegend eine Domäne reicher, weißer Männer. Eine fortschrittliche schwarze Frau als Landwirtschaftsministerin wäre in den USA ein Durchbruch….

Dieser Artikel wurde von Iede de Vries geschrieben und veröffentlicht. Die Übersetzung wurde automatisch aus der niederländischen Originalversion generiert.

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