Der frühere Landwirtschaftsminister sagte auch, er wolle eine neue politische Bewegung in Gang setzen. Damit stellt Ardanowski verdeckt auch die Führung von PiS-Chef Jarosław Kaczyński infrage.
Ein auffälliger Aspekt von Ardanowskis Ankündigung ist sein Wechsel zur Fraktion von Paweł Kukiz. Dieser ist ein ehemaliger Rockmusiker und Politiker, der für seine populistischen und anti-establishment Ansichten bekannt ist.
Ardanowski hat außerdem erklärt, offen für eine Zusammenarbeit mit anderen politischen Gruppen zu sein, unter anderem möglicherweise mit der rechten Konföderation. Dies könnte auf eine breitere strategische Allianz hindeuten, die die politische Dynamik in Polen weiter verändern könnte.
Bei den kürzlichen Parlamentswahlen gewann die liberale Opposition des ehemaligen EU-Kommissars Donald Tusk genügend Stimmen, um die rechte PiS-Koalition zu besiegen. Die Mitte-links-Koalition von Tusk ist noch fragil und noch nicht gut eingespielt.
Mehrere unzufriedene rechte PiS-Mitglieder und Politiker haben Interesse gezeigt, sich Ardanowski anzuschließen. In den vergangenen Monaten hat er wiederholt erklärt, dass die Zeit des PiS-Führers Jarosław Kaczyński zu Ende geht. „Dieses Pferd wird den Wagen nicht länger ziehen“, sagte er in einer kürzlichen Rede.
Viele polnische Wähler sind enttäuscht von Kaczyńskis PiS-Politik. Ardanowski gab an, vor allem die Interessen der Bauern und des ländlichen Raums vertreten zu wollen. Er musste vor einigen Jahren als Landwirtschaftsminister zurücktreten, weil er sich weiterhin gegen umstrittene Tierschutzvorschläge des damaligen PiS-Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki stellte.
Die Unzufriedenheit auf dem Land über diese (zwischenzeitlich zurückgezogenen) Vorschläge wird nun als eine der Ursachen für Verluste bei der Wahl der PiS-Koalition gesehen.
Ardanowskis Ankündigung hat gemischte Reaktionen ausgelöst. Während einige Analysten skeptisch gegenüber der x-ten Abspaltung auf der rechten Seite der ohnehin schon fragmentierten polnischen politischen Landschaft sind, sehen andere gerade im Initiativ von Ardanowski Potenzial. Die nächsten Parlamentswahlen in Polen finden in gut drei Jahren statt.

