Die Stellungnahme fordert eine Überprüfung der Agrarpolitik, insbesondere im Hinblick auf Klimaschutz, Biodiversität und ethische Fragen der Landnutzung. Das Dokument warnt vor dem Verlust fruchtbarer Böden und ruft zu einer nachhaltigeren Nutzung natürlicher Ressourcen auf.
Die Studie, die an die ökologische Vision der Enzyklika „Laudato si'“ von Papst Franziskus anknüpft, stellt fest, dass die aktuellen landwirtschaftlichen Praktiken negative Umwelteinflüsse haben, wie Bodenerosion und Verlust der Biodiversität. Besonders die Agrarsubventionen, die den Schwerpunkt auf betriebswirtschaftliche Aspekte legen, sollten überdacht werden.
Die Experten sind der Ansicht, dass Landwirte für ihre umweltfreundlichen Praktiken, wie die Verbesserung der CO2-Aufnahme in ihrer Arbeit, belohnt werden sollten. Das Gutachten hat jedoch bei vielen Bauernorganisationen Empörung ausgelöst, die es als Angriff auf ihren Beruf sehen.
Ihre Kritik richtet sich vor allem gegen die Art und Weise, wie das Gutachten alle Formen der Landwirtschaft über einen Kamm schert und in ein negatives Licht rückt. Der Aufruf zur Veränderung richtet sich ebenfalls an Regierungen und die Kirche selbst, die als große Grundeigentümer Verantwortung tragen, Nachhaltigkeit zu schützen und zu fördern, heißt es im bischöflichen Schreiben.
Bischof Rudolf Voderholzer von Regensburg distanzierte sich von dem Gutachten. Er erklärte, dass die Deutsche Bischofskonferenz dem Bericht nicht einmütig zustimme und rief zu einem gerechteren Dialog zwischen Kirche und Landwirtschaft auf. Voderholzer warnte vor einer Polarisierung zwischen Bauern und Umweltbewegungen.
Dagegen verteidigte die Katholische Landvolkbewegung (KLB) die Landwirtschaftsstudie. Die teils hitzige Debatte habe den Verband „teilweise mit Entsetzen erfüllt“, heißt es in einer am Donnerstagabend in Würzburg veröffentlichten Erklärung der KLB.
Obwohl innerhalb der Kirche grundsätzlich Einigkeit über die Bedeutung des Umweltschutzes besteht, gibt es Uneinigkeit darüber, wie dieser praktisch umgesetzt werden soll, vor allem bei sensiblen Bereichen wie Landwirtschaft und Viehzucht.

