Australien hat eine kleine Lockerung bei den Arbeitserlaubnissen für ausländische Saisonarbeiter angekündigt, aber landwirtschaftliche Organisationen drängen auf deutlich umfassendere Erleichterungen.
Für die bevorstehende Getreideernte herrscht aufgrund verschiedener Reisebeschränkungen in den meisten Ländern in Australien ein Personalengpass von etwa 26.000 Saisonkräften.
Versuche, mehr ausländische Arbeitskräfte nach Australien zu holen, werden laut dem Landwirtschaftsbund durch die zersplitterte Struktur der derzeit sechs verschiedenen australischen Visumsysteme erschwert.
Die Folge ist, dass Obst nicht gepflückt wird, Kühe nicht gemolken werden, die Versorgung mit Lebensmitteln und Faserprodukten von australischen Farmen eingeschränkt ist und die Preise für gewöhnliche Australier steigen werden, warnt der australische Landwirtschaftsbund.
Die angekündigte Lockerung betrifft ausschließlich ausländische Studierende, die sich bereits im Land aufhalten. Sie dürfen vorübergehend mehr als 40 Stunden pro Woche arbeiten. Außerdem können sie eine Verlängerung ihres Arbeitsvisums um zwei Wochen beantragen. Für die ebenso stark betroffenen Bereiche in Gesundheits- und Altenpflege hatte die Regierung bereits eine ähnliche Regelung eingeführt.
Die Getreidebauern und Ackerbauern fordern die Einführung eines völlig neuen Genehmigungssystems, das nicht an einzelne Betriebe gebunden ist, sondern für den gesamten Agrarsektor gilt. Dadurch könnten Saisonarbeiter mehrere kurzfristige Einsätze absolvieren.
Darüber hinaus sollten Visa nicht nur jeweils für ein Jahr gelten, sondern für einige unterbesetzte Branchen auch für zwei oder drei Jahre, so die Forderung der australischen Landwirte.

