In den Schweizer Alpen wurde in der vergangenen Woche offiziell mit dem Bau eines zweiten Gotthard-Tunnels begonnen. Dieses zweite Tunnelröhrchen soll etwa hundert Meter östlich des bestehenden verlaufen.
Die Arbeiten hätten eigentlich schon vor einem Jahr beginnen sollen, mussten damals aber wegen der Gefahr von Corona-Infektionen verschoben werden.
Die Eröffnungsfeier bestand aus der Sprengung der ersten Felsbrocken an den neuen Tunnel-Ein- und Ausgängen. Unter den Augen der Statue der Heiligen Barbara, Schutzpatronin der Bergleute, verfolgten etwa 150 geladene Gäste die Zeremonie.
Im Frühjahr des vergangenen Jahres wurden bereits die vorbereitenden Arbeiten für das zweite Tunnelröhrchen gestartet. Diese umfassen beispielsweise die Verlegung der Eingänge der Service- und Infrastrukturtunnel in Göschenen und Airolo.
Die zweite Verbindung über knapp 16 Kilometer zwischen Göschenen und Airolo soll im Jahr 2029 in Betrieb genommen werden. Zwischen den beiden Tunnelröhren wird mittig zudem ein Verbindungstunnel – für Wartung und Sicherheit – errichtet.
Das Schweizer Straßenamt erklärt, dass die Verbindung durch den Gotthard eine wichtige Verkehrsader in Schweiz ist. Beim Aushub und Bohren des zweiten Tunnelröhrchens werden 7,4 Millionen Tonnen Material ausgebaggert. Es wird von beiden Seiten gleichzeitig gebohrt und gearbeitet. Der große Durchbruch ist für 2026 geplant. Das erste Gotthard-Tunnelröhrchen wird ab 2029 renoviert.
Die Tunnelbohrmaschinen starten 2024 und Ende 2029 wird die Konstruktion, deren Kosten sich auf 2,14 Milliarden Schweizer Franken belaufen, für den Verkehr freigegeben. Das erste Röhrchen, das 1980 eröffnet wurde, wird dann für drei Jahre geschlossen und renoviert. Danach wird der Verkehr getrennt und jeweils ein Fahrstreifen pro Röhrchen genutzt.

