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Bauern verärgert über Supermärkte wegen Ramschpreisen für Lebensmittel

Iede de VriesIede de Vries

Zum Ärger der deutschen Milchbauern haben zwei Molkereigenossenschaften neue Preisvereinbarungen mit der Supermarktkette Aldi über niedrigere Butterpreise getroffen. Damit bricht Aldi frühere Preisabsprachen vor Abschluss der jährlichen offiziellen Preisverhandlungen.

Vor einigen Wochen schlug Aldi-Nord vor, den Butterpreis drastisch zu senken. Unzufriedene Bauern gingen damals auf die Straße und blockierten einige Aldi-Vertriebszentren. Der Streik endete mit dem Versprechen, gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Die deutschen Milcherzeuger dachten, damit sei die Situation vorerst entschärft.

Nun hat Aldi Nord mit zwei Molkereien einen um 56 Cent niedrigeren Butterpreis vereinbart. Der Butterpreis steigt weltweit, doch Aldi verkauft Butter zu Dumpingpreisen, so der Vorwurf. Das ärgert nicht nur die Bauern, sondern auch andere deutsche Molkereiunternehmen.

Ein Sprecher der deutschen Bauern- und Landbewegung wirft Aldi Wortbruch vor. „Die niedrigen Butterpreise, die Aldi mit einigen Milchunternehmen ausgehandelt hat, sind ein Schlag ins Gesicht der Milchbauern“, sagt Uta von Schmidt-Kühl.

Die unzufriedenen deutschen Bauern haben in den vergangenen Wochen große Demonstrationen und Blockaden organisiert und erhielten dabei sogar Unterstützung von Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Auch sie fordert, dass die Supermärkte aufhören müssen, mit Lebensmittelpreisen zu stunten, und dass die Läden mehr deutsche Lebensmittel in ihren Regalen präsentieren.

In einer Reaktion erklärt Aldi, dass es üblich sei, dass nach den Feiertagen zu Weihnachten und Silvester die Nachfrage nach Butter, Käse und Milchprodukten zurückgeht und dementsprechend bei geringerer Nachfrage die Preise fallen. Außerdem weist Aldi darauf hin, dass die Milchbauern diese Schwankungen zum Jahresende kennen, aber dennoch weiterhin viel Milch anbieten.

Dies könnte der Punkt sein, an dem die Politik in die freie Marktwirtschaft eingreifen muss. „Um Lösungen zu finden, müssen alle Marktpartner an einen Tisch kommen. Wir brauchen langfristige Strategien“, sagte ein deutscher Landesminister.

Eine Videokonferenz mit Bauern, Milchverarbeitern, Händlern und Supermärkten war ursprünglich bereits für den 13. Januar geplant. Die Bauern wollen das nicht unbeantwortet lassen, kündigte ein Sprecher des LsV an. Beim nächsten Mal müssten die Lager offenbar nicht für zwei Tage, sondern für zwei Wochen blockiert werden, so die Aussage.

Auch in Niederlande scheinen Supermärkte und Einkaufsorganisationen dem nicht mehr entkommen zu können. Am Donnerstag, den 14. Januar, treffen sich auf Initiative der Supermärkte die Landwirtschaftsorganisationen in den Niederlanden, um über die stetig wachsende Unzufriedenheit bei Bauern und Gärtnern zu sprechen. Diese hadern seit Jahren mit der Übermachtstellung der Abnehmer.

Eine Untersuchung der niederländischen Generalrechnungskammer aus dem Jahr 2019 zeigt, dass ein Drittel bis die Hälfte der Bauern unter der Armutsgrenze lebt. In anderen europäischen Ländern ist die Situation vergleichbar. Auch dort nimmt der Druck der Bauern auf die Supermärkte zu.

Dieser Artikel wurde von Iede de Vries geschrieben und veröffentlicht. Die Übersetzung wurde automatisch aus der niederländischen Originalversion generiert.

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