Der deutsche weltweit tätige Agro- und Chemiekonzern Bayer erwartet, dass die Umsätze im nächsten Jahr infolge der Corona-Pandemie stagnieren werden. Auch wird der bereinigte Gewinn je Aktie voraussichtlich schlechter ausfallen als im laufenden Jahr.
Für die Sparte CropScience sind die Erwartungen gesenkt worden; deshalb verschärft das Unternehmen seine Sparpolitik. Möglicherweise müssen mehr als anderthalb Milliarden eingespart werden.
Die Anbautätigkeiten von Bayer, die etwas weniger als die Hälfte des Umsatzes ausmachen, werden mit „tiefgreifenderen als erwarteten“ Folgen der Corona-Krise konfrontiert sein, die sich kurzfristig wahrscheinlich nicht verbessern werden, teilte Bayer in einer Erklärung mit. Das Unternehmen erwartet Milliardenabschreibungen auf Vermögenswerte im Agrarsektor.
Die Auswirkungen von COVID-19 sind für die Division Crop Science gravierender als erwartet, heißt es. Die Landwirtschaft wächst weniger als prognostiziert, bedingt durch niedrige Preise für wichtige Feldfrüchte und durch starken Wettbewerb im Sojamarkt. Auch die eingeschränkte Produktion von Biokraftstoffen wirkt sich aus. Außerdem hat Bayer mit negativen Wechselkurseffekten zu kämpfen, insbesondere beim brasilianischen Real.
Weitere Arbeitsplatzverluste können daher nicht ausgeschlossen werden, wurde bei der Präsentation des enttäuschenden Ausblicks bekanntgegeben. Unternehmensflächen, die nicht als strategisch wichtig gelten, könnten veräußert werden. Zudem kündigte CEO Werner Baumann Einsparungen im operativen Geschäft an. Ab 2024 sollen jährlich mehr als 1,5 Milliarden Euro Kosten eingespart werden.
Auf den Finanzmärkten reagierten Anleger auf die schlechten Nachrichten aus Leverkusen mit einem Kursrückgang von über 12 Prozent. Die Bayer-Aktien fielen deutlich, nachdem das Agrar- und Pharmakonzern mitteilte, dass sich die Pandemie auch im Bereich der landwirtschaftlichen Rohstoffe bis ins nächste Jahr erstrecken wird.
Die schlechteren Aussichten für Bayer für 2021 kommen zusätzlich zu dem finanziellen Rückschlag Anfang dieses Jahres, als das Unternehmen 5 Milliarden Dollar zurücklegen musste, um in den Vereinigten Staaten zehntausende Schadensersatzforderungen abzuwickeln. Diese Schadensersatzansprüche des übernommenen Monsanto/RoundUp sind ebenfalls noch nicht abgeschlossen.

