Der Chemiekonzern Bayer meldet fĂŒr das zweite Quartal dieses Jahres Milliardenverluste, die nicht durch die Corona-Pandemie verursacht wurden, sondern durch Gerichtsverfahren in den Vereinigten Staaten bezĂŒglich Glyphosat, RoundUp und Dicamba.
Die Bayer-Gruppe verbuchte im vergangenen Quartal 12,5 Milliarden Euro an Abschreibungen fĂŒr âbesondere Aufwendungenâ. Das EBIT-Betriebsergebnis sank dadurch auf minus 10,78 Milliarden Euro.
Ende Juni kĂŒndigte Bayer Vergleiche in US-Schadenersatzklagen ĂŒber Glyphosat, Dicamba und polychlorierte Biphenyle (PCBs) an. Der mit Abstand teuerste Streit betrifft das angebliche Krebsrisiko von glyphosathaltigen chemischen Pflanzenschutzmitteln. Diese Gerichtsurteile beziehen sich auf 125.000 Verfahren, die nicht nur gegen Glyphosat gefĂŒhrt werden.
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Bayers eigene LandwirtschaftsaktivitÀten sanken im zweiten Quartal um 6,2 Prozent auf etwa 10,1 Milliarden Euro. Im Agrarsektor (Crop Science) schnitten Bayer-Produkte besser ab als im Vorjahresquartal, vor allem in Lateinamerika, Asien/Pazifik und Nordamerika. In Brasilien entwickelte sich das Unternehmen bei Maissaatgut schnell. Besonders die Erlöse mit gentechnisch verÀndertem Sojasaatgut stiegen deutlich.
Weltweit wird die Nachfrage nach Agrarrohstoffen wahrscheinlich aufgrund von Corona zurĂŒckgehen. Wegen der schwer abschĂ€tzbaren Risiken hat Bayer deshalb seine Prognose fĂŒr das Gesamtjahr nach unten korrigiert. Das Management strebt nun ein Umsatzwachstum von 0 bis 1 Prozent auf 43 bis 44 Milliarden Euro an. Bisher war ein Wert von 44 bis 45 Milliarden Euro geplant.
Im GeschĂ€ftsbereich Crop Science erwartet Bayer einen langsamen Start der neuen Saison 2021 in Nordamerika, teilweise aufgrund der pandemiebedingten geringeren Nachfrage nach Bioenergie, Futtermitteln und Fasern, was zu einer Verringerung der erwarteten AnbauflĂ€che fĂŒhren sollte, und teilweise wegen des anhaltenden Wettbewerbs auf dem Sojamarkt.

