Der belgische Verband der Vieh- und Schafhalter (VSH) hat eine höhere Subvention für den Bau wolfsabweisender Zäune verlangt. Außerdem möchten sie Wachhunde anschaffen.
Die Viehhalter erhalten zwar derzeit 80 % der Materialkosten zurück, jedoch nicht die Arbeitsstunden und sonstigen Kosten. Das bedeutet in der Praxis eine Rückerstattung von 44 Prozent aller entstandenen Kosten. Betrachtet man dies über fünf Jahre, sind es sogar nur 25 Prozent der Kosten, so André Calus, Vorsitzender des VSH.
Vor allem die Provinzen Antwerpen und Limburg haben in den letzten Jahren mit einer zunehmenden Zahl wildlebender Wölfe und tödlichen Angriffen auf Weidetiere zu kämpfen. Letztes Jahr beantragten 74 Viehhalter eine Subvention für den Bau von wolfsabweisenden Zäunen, gegenüber 55 Anträgen im Jahr 2019, bei gleichbleibendem Budget.
Im vergangenen Jahr fielen bei 66 registrierten Angriffen in Belgien über hundert Tiere dem Wolf zum Opfer, mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr, als noch 51 tote Tiere gezählt wurden. Alle Angriffe fanden in Limburg und Antwerpen statt, wobei hauptsächlich Schafe (87) getötet wurden. Weitere Beutetiere waren vor allem Damhirsche und (Zwerg-)Ziegen.
Die flämische Ministerin für Umwelt und Natur, Zuhal Demir (N-VA), wies darauf hin, dass die getöteten Tiere in allen Fällen nicht ausreichend vor dem Wolf geschützt waren. Die Angriffe erfolgten innerhalb eines Zauns, der nicht wolfsicher war, so die Ministerin.
Ministerin Demir plant für die kommende Periode eine Erhöhung der Beihilfe, möglicherweise auch für die Anschaffung von Wachhunden. Ein belgischer Schafhalter hat kürzlich positive Erfahrungen damit gemacht. Um seine Schafherde zu schützen, hat er neben wolfsabweisenden Zäunen auch vier spezielle Hunde angeschafft: drei große spanische Mastins und einen mazedonischen Hirtenhund.
Wenn sich ein Wolf einer Schafweide nähert, bellt ein Hund, um die anderen Hunde zu warnen. Und wenn der Wolf hört, dass die Hunde in der Mehrheit sind, zieht er sich zurück, wurde in Het Nieuwsblad erklärt. Ministerin Demir ist bereit, diese Praxiserfahrungen zu prüfen, um gegebenenfalls die Anschaffung von Schutz- Hunden zu bezuschussen.

