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Britische Wahlen betreffen mehr als nur Brexit oder Nicht-Brexit

Iede de VriesIede de Vries
WahlurneFoto: AFP

Der Vorsitzende der britischen Brexit-Partei, Nigel Farage, weigert sich, sich in den Parlamentswahlen weiter aus zusätzlichen Wahlkreisen zugunsten der Konservativen von Premierminister Boris Johnson zurückzuziehen. Zu diesem Schritt hatten ihn Sponsoren der Konservativen aufgefordert.

Am Montag kündigte er an, dass seine Partei in 317 Wahlkreisen, in denen die Konservativen bei der letzten landesweiten Wahl siegten, nicht antreten werde. Das könnte den Weg für eine Mehrheit der Konservativen im Parlament und den Brexit-Deal von Johnson ebnen.

Farage und Johnson werben beide um die Stimmen von Wählern, die für den Brexit sind. Der reiche Brexit-Sponsor Arron Banks setzte Farage in dieser Woche unter Druck, Johnson nicht zu behindern. Das könnte nämlich der Oppositionspartei Labour zugutekommen. Farage betonte, dass sein Ziel weiterhin sei, als Brexit-Partei eigene Sitze von Labour zu erobern, damit die Brexiteers im Unterhaus Boris Johnson an sein Versprechen binden können, das Vereinigte Königreich aus der EU zu führen.

Die Konservative Partei von Premier Johnson verbessert sich in einer aktuellen Meinungsumfrage bei den Wählern. Die Partei erhielt 43 Prozent der Befragten hinter sich, drei Prozentpunkte mehr als in einer vorherigen Umfrage. Die größte Oppositionspartei, Labour, bleibt unverändert bei 30 Prozent.

Die Umfrage wurde durchgeführt, nachdem die Brexit-Partei bekanntgegeben hatte, keine Kandidaten in Wahlkreisen aufzustellen, in denen die Konservativen 2017 gewonnen hatten. Die Partei will so verhindern, dass Brexit-Befürworter in einem Wahlkreis gespalten sind und die Opposition den Sitz gewinnt.

Es ist logisch, dass die Anhängerschaft der Brexit-Partei dadurch schrumpft. In der Umfrage erhielten sie 5 Prozent der Befragten hinter sich, drei Prozentpunkte weniger. Die pro-europäischen Liberal Democrats blieben konstant bei 15 Prozent.

Britische Umfragen gelten im Allgemeinen nicht als allumfassend zuverlässig. Beobachtern zufolge erschwert jetzt auch die tiefe Spaltung innerhalb der Parteien und Wahlkreise über den Austritt aus der EU die Meinungsforschung erheblich.

Eine weitere wichtige Frage ist, wie bedeutend die Wähler andere Themen als Brexit finden. Bei den Wahlen 2017 wurde deutlich, dass die Bedeutung des Brexits überschätzt wurde.

Das könnte jetzt wieder der Fall sein, wobei eine Rolle spielen kann, dass Labour-Chef Jeremy Corbyn ein ziemlich linksgerichtetes Programm vorgelegt hat, mit höheren Steuern für Reiche und Verstaatlichungen von Staatsbetrieben. Zudem versuchen die Grünen, ähnlich wie zuvor in anderen EU-Ländern, vor allem eine Klima- und Umweltdiskussion zu führen. In Schottland machen die Scottish Nationalists viel Druck mit ihrer Forderung nach einem Referendum zur schottischen Unabhängigkeit.

Dieser Artikel wurde von Iede de Vries geschrieben und veröffentlicht. Die Übersetzung wurde automatisch aus der niederländischen Originalversion generiert.

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