Europas größte Brüterei Verbeek in Zeewolde hat für die Geschlechtsbestimmung von Bruteiern neue Technologie von der deutsch-niederländischen Seleggt-Gruppe angeschafft.
Damit kann bereits nach wenigen Tagen festgestellt werden, ob das Ei ein Huhn oder ein Hahn wird, und es kann verhindert werden, dass ausgebrütete EinTages-Hähnchen vernichtet werden müssen.
Bald tritt in Deutschland ein Gesetz in Kraft, das dies verbietet. Daher musste insbesondere der deutsche Eierhandel und die Geflügelindustrie nach einer Lösung suchen. Auch in der EU wird inzwischen an einem Verbot gearbeitet.
Frankreich und Deutschland sprechen sich für ein europäisches Verbot der Tötung von EinTages-Hähnchen aus. Zusammen mit Österreich, Spanien, Irland, Luxemburg und Portugal haben die Landwirtschaftsminister dieser Länder im Juni einen entsprechenden Vorschlag gemacht.
Auch niederländische Parlamentsmitglieder sind der Ansicht, dass das Töten von Hähnchen kurz nach dem Schlüpfen so schnell wie möglich verboten werden muss. Eine Mehrheit im Tweede Kamer möchte deshalb, dass auch in Niederlande ein solches Verbot erlassen wird.
Landwirtschaftsministerin Carola Schouten hatte zuvor erklärt, einem solchen Verbot noch nicht zuzustimmen, da die Geflügelbranche bereits intensiv an der Entwicklung von Alternativen arbeitet.
In mehr als 6.000 Supermärkten in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich und der Schweiz können Kunden bereits Eier mit dem Respeggt-Herzsiegel „Ohne Küken zu töten“ finden.
Die neue Anlage wird im September bei Verbeek installiert, wie Seleggt vergangene Woche bekanntgab. Das Seleggt-Verfahren basiert auf einer endokrinologischen Geschlechtsbestimmung im Brutei, bei der das Geschlecht mithilfe von Hormonen festgestellt wird.
In den Niederlanden beschäftigen sich unter anderem Respeggt und In Ovo (Leiden) mit Techniken zur Geschlechtsbestimmung im Ei. Die niederländische Geflügelbranche steht seit 2014 in Kontakt mit dem Leidschen Unternehmen. Auch die Universität Leiden, der Tierschutz und das Ministerium für Landwirtschaft, Natur und Lebensmittelqualität (LNV) sind an der Entwicklung beteiligt.
„Nach der Bewertung aller Optionen, um das Töten von Küken in unserer Brüterei zu stoppen, haben wir uns für Respeggt entschieden, weil die Methode am ethischsten, nachhaltigsten und effizientesten für die frühe Geschlechtsbestimmung ist. Zudem kann die Technologie kurzfristig installiert werden“, so Herman Brus, Generaldirektor der Brüterei Verbeek, in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

