Hundert Tage vor der Bundestagswahl hat Parteivorsitzender und Kanzlerkandidat Armin Laschet das Wahlprogramm von CDU/CSU vorgestellt. Darin betonen die Christdemokraten, dass Deutschland modernisiert werden muss, um sich an eine sich schnell verändernde Welt anzupassen, verzichten jedoch auf radikale Vorschläge.
CDU/CSU, die mit etwa 28 % in den Umfragen an erster Stelle liegen, ist die letzte große deutsche Partei, die ihr Manifest vor der Wahl am 26. September präsentiert. Deutschen Kommentatoren zufolge richtet sich das Wahlprogramm vor allem an die ältere Wählerschaft von CDU/CSU, von der 40 % älter als 60 Jahre sind.
Eines der wichtigsten Wahlversprechen ist, dass die Steuern nicht erhöht werden. Im Finanzkapitel fehlen jedoch Mittel für einige tiefgreifende Neuerungen im Agrarsektor. Außerdem gibt es keinen Vorschlag für eine neue Umwelt- und Klimapolitik. Die Partei hat im vergangenen Jahr unter deutschen Landwirten an Zustimmung verloren und verspricht nun, die großflächige industrielle Landwirtschaft einzuschränken.
„Wir wollen die Landwirtschaft vom Hamsterrad ständiger Effizienzsteigerungen befreien“, heißt es im Programm. Armin Laschet möchte außerdem, dass die EU in landwirtschaftlichen Gebieten das Wolfsjagdverbot aufhebt, um weidendes Vieh zu schützen.
Außenpolitisch nehmen die deutschen Christdemokraten eine kritischere Haltung gegenüber Russland und China ein, doch zu internationalem Handel und Weltwirtschaft werden keine besonderen Positionen bezogen.
Das Wahlprogramm soll als Grundlage für Verhandlungen über eine mögliche Regierungskoalition nach der Wahl dienen. CDU/CSU ist in den Umfragen Favorit, mit einem geringfügigen Vorsprung vor den Grünen. Viele Beobachter erwarten, dass nach der Wahl mehrere Koalitionen möglich sein werden – sowohl mit links als auch mit rechts.
Die Partei, die im September als größte aus der Wahl hervorgeht, darf auch einen Kandidaten vorschlagen, um Bundeskanzlerin Angela Merkel nachzufolgen.

