Einer der größten privaten chinesischen Landwirte wurde wegen Kritik an den Behörden in Peking zu 18 Jahren Haft verurteilt. Das landwirtschaftliche Imperium des sehr reichen Schweinezüchters wurde vom Staat beschlagnahmt.
Sun Dawu ist ein 67-jähriger ehemaliger Schweinezüchter, der sich in den letzten Jahren zu einem angesehenen Geschäftsmann entwickelt hatte und häufig eingeladen wurde, Vorträge über Agrarreform und Unternehmertum zu halten. Von einem Bauern, der mit 2 Ställen mit 50 Schweinen und 1.000 Hühnern begonnen hatte, war er zum CEO eines der größten Agrarunternehmen Chinas, der Dawu-Gruppe, aufgestiegen.
Vor zwanzig Jahren hatte er erstmals mit der chinesischen Justiz zu tun, die ihn der „illegalen Mittelbeschaffung“ beschuldigte. Doch Sun wurde nach lautstarkem Protest der Öffentlichkeit freigesprochen. Danach blieb er ein Dorn im Auge der Regierung, die er regelmäßig bei der Unterstützung politischer Dissidenten herausforderte.
Vor einem Jahr äußerte er offen Kritik an der Art und Weise, wie die Behörden in Wuhan versucht hatten, den Beginn der Corona-Pandemie zu vertuschen. Auch zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest, durch die Tausende seiner Schweine getötet werden mussten, hatte er wenig Positives zu sagen.
Im vergangenen Jahr wurde Sun festgenommen, als einige seiner Mitarbeiter versuchten zu verhindern, dass Beamte eines seiner Betriebsgebäude zerstören. Dieses Mal landeten er zusammen mit seiner Ehefrau, seinen Söhnen, Schwiegertöchtern und einigen Dutzend Mitarbeitern im Gefängnis.
Schließlich wurde Sun wegen acht Anklagepunkten für schuldig befunden, darunter Anstiftung, Menschen dazu zu bringen, Regierungsbehörden anzugreifen, Beamte bei ihrer Arbeit zu behindern sowie „Aufwiegelung“. Zudem muss er eine Geldstrafe von mehr als 400.000 Euro zahlen.
Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen ist Suns Verurteilung eine Folge seiner jahrelangen Unterstützung von Kritikern und Dissidenten. Sun ist übrigens nicht der erste Unternehmer, der in Schwierigkeiten gerät. Seit dem Amtsantritt von Präsident Xi Jinping werden auch andere erfolgreiche private Unternehmen wie Tencent und Alibaba genau überwacht, als Teil eines Regierungsversuchs, mehr Kontrolle über den Privatsektor zu erlangen.

