In China wurden erneut Corona-Infektionen auf Lebensmitteln festgestellt; diesmal jedoch nicht auf frischen Waren auf einem chinesischen Markt, sondern bei eingefrorenen importierten Lebensmitteln.
Dies löst zunehmende Sorgen aus, dass das Coronavirus auch über tiefgefrorene Lebensmittel verbreitet werden könnte. China gibt an, es auf Hähnchenflügeln aus Brasilien und Garnelen aus Ecuador gefunden zu haben.
Die Hähnchenflügel mit dem Virus wurden in der südchinesischen Stadt Shenzhen entdeckt. Die Probe soll von der Oberfläche des Fleisches genommen worden sein. Tests bei Menschen, die mit dem Geflügelfleisch in Kontakt gekommen waren, fielen alle negativ aus.
Nachdem in China eine Lieferung eingefrorenen Hähnchenfleischs aus Brasilien mit Spuren des Coronavirus entdeckt worden war, ruft die Regierung ihre Bevölkerung dazu auf, vorsichtig mit importierten Lebensmitteln umzugehen. Auf tiefgefrorenen Garnelen aus Ecuador wurden ebenfalls schon Viruspartikel gefunden.
Seit Ausbruch der Corona-Krise werden alle Container mit Lebensmitteln, die nach China gelangen, routinemäßig kontrolliert. Am Mittwoch berichteten chinesische Staatsmedien, dass das Coronavirus in der östlichen Provinz Anhui auf der Verpackung von Tiefkühlgarnelen aus Ecuador festgestellt wurde.
Ein Tag zuvor war bekannt geworden, dass es im Hafenstädtchen Yantai in der Provinz Shandong auf der Verpackung importierter Meeresfrüchte entdeckt wurde. Nach ähnlichen Funden in den Häfen von Xiamen und Dalian hatte China im Juli die Einfuhr von drei Sorten ecuadorianischer Garnelen bereits ausgesetzt.
Ende Juni begann China damit, Schiffscontainer mit Fleisch- und Fischprodukten aus Übersee intensiv zu kontrollieren, nachdem ein neuer Ausbruch auf einen Lebensmittelmarkt in Peking zurückverfolgt werden konnte und der Verdacht bestand, dass Lebensmittel in Kühlhäusern eine Infektionsquelle sein könnten. Fleischimporte aus verschiedenen Ländern, darunter Brasilien, Deutschland und den Niederlanden, werden seitdem zurückgehalten.
Neuseeland untersucht, ob es eine Verbindung zum jüngsten Ausbruch in Auckland gibt. Dieser neue Ausbruch wurde von einem Regierungsbeamten mit importierten Lebensmitteln in Zusammenhang gebracht. Ein Familienmitglied des infizierten Clusters arbeitet in einem Kühlhaus, in dem importierte Tiefkühllebensmittel gelagert werden. Zehn der vierzehn neuen Corona-Fälle sind Mitarbeiter des Kühlhauses oder deren Familienangehörige.
Es ist möglich, dass Viren in eingefrorenen Lebensmitteln begrenzt überleben können. Das Fleisch aus Brasilien wird per Schiff transportiert und ist mehrere Wochen unterwegs. In einem solchen Kühlraum herrschen minus 20 Grad Celsius, kalt genug, um Lebensmittelverderb zu verhindern. Viren bleiben bei dieser Temperatur jedoch nicht lange stabil und verlieren einen Großteil ihrer Wirksamkeit.

