In einem bahnbrechenden Schritt hat die dänische Regierung einen Plan für die schrittweise Einführung einer CO2-Steuer auf die Lebensmittelproduktion vorgestellt. Damit wird Dänemark das erste Land weltweit, das eine Steuer speziell zur Bekämpfung der Luft- und Bodenverschmutzung durch die Landwirtschaft einführt.
Über einen solchen Schritt wird in Dänemark bereits seit Jahren diskutiert. Dänische Landwirtschaftsorganisationen sind gegen zu hohe Abgaben und fordern Ausgleichszahlungen. Die Maßnahme wird von verschiedenen Ministern im dänischen Kabinett breit unterstützt und soll nach der Sommerpause im Parlament besprochen werden.
Die CO2-Steuer, die ab 2030 schrittweise eingeführt wird, soll die Treibhausgasemissionen des Landwirtschaftssektors drastisch reduzieren. Der Plan sieht spezifische Abgaben vor, insbesondere auf Fleisch und Milchprodukte. So wird der Preis für Hackfleisch und Rindfleisch deutlich steigen, was Experten zufolge notwendig ist, um die Klimaziele Dänemarks zu erreichen.
Die Dreierverhandlung, bekannt als die „grüne Tripartite“, spielt eine entscheidende Rolle in diesem Prozess. Diese Gruppe besteht aus Vertretern der dänischen Regierung, Landwirtschafts- und Naturschutzorganisationen, ländlichen Gemeinden sowie Verbraucherorganisationen. Gemeinsam haben sie einen Konsens über die CO2-Steuer erzielt und dabei auch die wirtschaftlichen Folgen für den Landwirtschaftssektor und die breite Gesellschaft berücksichtigt. Das Ergebnis der Verhandlungen wird als historischer Moment gewertet.
Neben der CO2-Steuer führt Dänemark auch einen nationalen Bodenfonds in Höhe von etwa einer Milliarde Euro ein. Dieser Fonds soll landwirtschaftliche Tiefgebiete aufkaufen, die in neue Wälder umgewandelt werden sollen.
Obwohl es eine breite Unterstützung für die vorgeschlagenen Maßnahmen gibt, sind auch kritische Stimmen zu hören. Verschiedene Umweltorganisationen bemängeln das fehlende Tempo und den begrenzten Umfang der Pläne. So weisen einige darauf hin, dass weiterhin zu viel Geld in die intensive Viehzucht fließt, was ihrer Ansicht nach den Klimazielen widerspricht.
Landwirtschaftsorganisationen und ländliche Gemeinden äußern ebenfalls Sorge. Sie befürchten, dass kleinere Bauern finanziell stark belastet werden und Arbeitsplätze im Landwirtschaftssektor verloren gehen. Die Regierung hat jedoch zugesagt, ausgleichende Maßnahmen zu ergreifen, um die wirtschaftlichen Auswirkungen abzumildern und den Übergang zu einer nachhaltigen Landwirtschaft zu unterstützen.
Die kommenden Debatten im Parlament werden zeigen, wie die Pläne konkret ausgestaltet werden und welche ergänzenden Maßnahmen erforderlich sind, um einen gerechten und effektiven Übergang zu einer nachhaltigen Landwirtschaft sicherzustellen.