Carlsberg-CEO Jacob Aarup Andersen betonte, dass immer mehr Lieferanten von Agrarrohstoffen wie Gerste und Hopfen auf nachhaltige und regenerative Anbaumethoden umsteigen. „Wenn die dänischen Landwirte diesem Trend nicht folgen, werden wir gezwungen sein, unsere Rohstoffe anderswo zu beziehen, was negative Folgen für die lokale Landwirtschaft haben kann.“
Konkreter hat Carlsberg bereits beschlossen, dass 30 Prozent ihrer Rohstoffe im Jahr 2030 aus regenerativer Landwirtschaft stammen sollen. Bis 2040 soll dies 100 Prozent sein. Der CEO deutete an, dass die dänischen Landwirte nicht ausreichend zu grünen Initiativen beitragen. Diese Äußerungen sorgten bei Landwirtschaftsorganisationen für Empörung. Sie werfen der Brauerei vor, nur auf den eigenen Profit zu achten und die Verantwortung auf die Bauern abzuwälzen.
Diese Diskussion entsteht zu einer Zeit, in der innerhalb des Agrarsektors Schritte unternommen werden, um Nachhaltigkeit zu fördern. Ein Beispiel dafür ist die DLG-Gruppe, die aktiv regenerative Landwirtschaftspraktiken verfolgt.
Die DLG Group hat kürzlich bekanntgegeben, dass sie erste Verträge mit Landwirten für solche regenerativen Landwirtschaftsprojekte abgeschlossen hat. Zunächst geht es um Abkommen für 100 Hektar Braugerste, die nach regenerativen Prinzipien wie minimaler Bodenbearbeitung, Verzicht auf Insektizide und geringerem Einsatz von kommerziellen Düngemitteln angebaut wird.
Laut DLG stehen diese Entwicklungen im starken Gegensatz zur Kritik des Carlsberg-CEO, der vielen Landwirten zufolge ein zu einseitiges Bild zeichnet. Die Sorgen des Carlsberg-Chefs kommen zudem in einem Moment, in dem der dänische Agrarsektor finanziell unter Druck steht. Im letzten Jahr verzeichnete der Sektor deutlich geringere Umsätze. Laut den neuesten Zahlen sank der Umsatz der dänischen Landwirtschaft um 8 Prozent.

