Das dänische Parlament hat am Donnerstag mit den parlamentarischen Anhörungen begonnen, die sich mit der Art und Weise befassen, wie im vergangenen Jahr alle dänischen Nerze aufgrund einer Corona-Bedrohung getötet werden mussten. Dadurch wurde die gesamte dänische Pelzindustrie auf einen Schlag beseitigt.
Im Nachhinein wurde bezweifelt, ob eine entdeckte neue Corona-Variante tatsächlich so gefährlich für die nationale Volksgesundheit war.
Im dänischen Parlament geht es unter anderem um die Frage, ob Premierministerin Mette Frederiksen wusste, dass sie einen illegalen Befehl erließ, als sie Heer und Polizei anwies, alle Nerze töten zu lassen. Damit wollte sie die Verbreitung eines mutierten Covid-19-Virus verhindern. Frederiksen wird am 9. Dezember aussagen.
Dass die dänische Premierministerin nicht wusste, dass sie diese Befugnis zur Beseitigung nicht hatte, wurde im vergangenen Jahr Beamten und Juristen des Landwirtschaftsministeriums vorgeworfen, woraufhin der Minister zurücktreten musste. Inzwischen zeigt sich aus E-Mail-Korrespondenz zwischen Premier, Ministern und Beamten, dass es zwischen den Ministerien große Meinungsverschiedenheiten bezüglich des Covid-Umgangs gab. Daraufhin soll die Premierministerin die Kontrolle an sich gerissen haben.
Premierministerin Frederiksen sowie mehrere bedeutende Minister und Regierungsbeamte werden in den kommenden Monaten vor dem Untersuchungsausschuss des Parlaments aussagen. Bis Dezember werden jeden Donnerstag und Freitag 61 Personen vom Anwalt Jakob Lund Poulsen, der als Fragesteller eingesetzt wurde, befragt.
Auch die Art und Weise, wie die dänischen Nerze zunächst in einem Naturschutzgebiet begraben wurden und danach wieder ausgegraben werden mussten, um verbrannt zu werden, führte in Dänemark zu großem Aufsehen. Die ganze Angelegenheit hat den Ruf der Minderheitsregierung erheblich beschädigt.
Nerzzüchter erhielten später eine vollständige Entschädigung von über 3 Milliarden Euro. In Dänemark wurden etwa 17 Millionen Nerze gehalten.
Die zentrum-rechte Opposition hofft, dass die Untersuchung letztendlich zu einem Amtsenthebungsverfahren gegen Premierministerin Frederiksen führen wird. Ihre Entscheidung folgte auf Warnungen von Gesundheitsbehörden, dass die Covid-Infektion unter den Nerzen die Impfung der Bevölkerung untergraben könnte. Die meisten Parteien im Parlament stimmten dem damals zu.
Untersuchungsausschüsse sind in Dänemark eine neue Form von Untersuchungen im Folketing. Ziel ist es, Dinge zu erforschen, die für viel Aufsehen gesorgt haben. Eine Antwort des Ausschusses soll innerhalb eines Jahres vorliegen.

