Seit mehr als zehn Jahren demonstriert die ursprünglich aus Ostdeutschland stammende Bündnis-Allianz zu Beginn der Grünen Woche, ebenso wie viele andere landwirtschaftliche Organisationen. Das Motto in diesem Jahr lautete: „Gutes Essen braucht eine Zukunft“. In der vergangenen Woche richtete sich in Berlin vor allem die Aufmerksamkeit auf die große Traktor-Demonstration gegen die geplanten Kürzungen beim Agrardiesel.
Die Demonstranten forderten eine GVO-freie, hofbasierte und umweltfreundliche Landwirtschaft unter dem Motto „Gutes Essen braucht eine Zukunft“. Ihr Einsatz für mehr biologische Landwirtschaft wurde unter anderem von Tier- und Umweltschutzorganisationen sowie ökologisch orientierten Landwirtschaftsverbänden unterstützt.
Der Demonstrationszug der Biobauern führte am Samstag am SPD-Hauptquartier, dem Bundestag und dem Kanzleramt vorbei. Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir wurde eine Petition übergeben, die zu einer strukturellen Finanzierung der Agrarwende aufruft.
„Jetzt ist es an der Zeit, den nächsten Schritt zu gehen: endlich die Empfehlungen der Borchert-Kommission umzusetzen“, wurde gefordert. Darüber müsse die deutsche Koalition noch entscheiden. Insbesondere die liberale FDP zögert wegen höherer Steuern, mit denen die Steuerzahler an der Finanzierung der Agrarwende beteiligt werden sollen.
Teilweise zeitgleich mit der Demonstration fand am Samstag in Berlin eine Konferenz der Landwirtschaftsminister statt, zu der Özdemir rund siebzig Amtskollegen aus aller Welt sowie Delegationen internationaler Organisationen in Berlin empfing. Er betonte, dass die Sicherheit einer ausreichenden Nahrungsmittelversorgung von großer Bedeutung für den Frieden in der Welt sei.
Özdemir verwies unter anderem auf die Unruhen auf dem globalen Lebensmittelmarkt durch den Krieg in der Ukraine und die Auswirkungen des Klimawandels auf die Nahrungsmittelproduktion. Er stellte fest, dass ein Zehntel der Weltbevölkerung an Hunger und Unterernährung leidet.
Nach Özdemir ist es wichtig, dass Länder Wissen teilen, um so Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten, und dass sie ihre Nahrungsmittel untereinander teilen. „Indem wir anderen helfen, helfen wir auch uns selbst mit internationaler Sicherheit.“

