MHP ist eine Gruppe von Food- und Gastronomieunternehmen mit einer beträchtlichen Anzahl eigener Betriebe in der Ukraine und in Südosteuropa, wo es unter anderem unter dem Namen der Tochtergesellschaft Perutnina Ptuj tätig ist. Weitere Aktivitäten von MHP umfassen unter anderem einen Schlachtbetrieb in den Niederlanden, ein Joint Venture in Saudi-Arabien sowie Vertriebsbüros im Nahen Osten und im Vereinigten Königreich. MHP ist ein Konzern mit einem Umsatz von mehr als 2,72 Milliarden Euro und 32.000 Mitarbeitern weltweit.
Die spanische UVESA-Gruppe wurde vor sechzig Jahren als kleiner Fleischproduzent gegründet und hat sich im Laufe der Jahre durch Fusionen und Übernahmen zu einem der großen Akteure in der spanischen Lebensmittelkette entwickelt. Das Unternehmen ist – ebenso wie MHP – auf die Geflügel- und Schweineindustrie spezialisiert und verfügt zudem über eine eigene Tierfutterabteilung. Die spanische Schweinehaltung hat sich in den letzten Jahren zum größten internationalen Akteur entwickelt und gehört weltweit zu den Top-Fünf, zusammen mit den Vereinigten Staaten, Kanada, Dänemark und Deutschland.
MHP Ukraine war im Jahr 2023 zum zweiten Mal in Folge der größte Geflügelproduzent Europas; es exportiert bis zu 60 % seiner Geflügelprodukte in mehr als 70 Länder weltweit. Bereits 2019 (vor Ausbruch des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine) kündigte die Gruppe ihre strategische Transformation an, um ein globaler Ernährungs-Konzern zu werden.
Alle Produktionsnormen von MHP Ukraine wurden in den vergangenen Jahren im Einklang mit den strengsten EU-Richtlinien für die Geflügelproduktion gebracht. Im Zusammenhang mit dem geplanten EU-Mitgliedschaftsantrag führten die EU und die ukrainische Wirtschaft in diesem Jahr intensive Gespräche, um diese Konzerne auf die EU-Kriterien bezüglich unter anderem der Lebensmittelsicherheit vorzubereiten.
Der ehemalige EU-Landwirtschaftskommissar Janusz Wojciechowski sagte letzte Woche, die Ukraine könne nur EU-Mitglied werden, wenn spezielle Regeln für den Export ukrainischer Agrar- und Lebensmittelprodukte aufgestellt werden. „Die Einfuhr muss kontrolliert werden“, sagte er in einem Interview mit der polnischen Agrarfachzeitschrift Farmer.pl.
Wojciechowski ist überzeugt, dass die Europäische Kommission der Ukraine helfen müsse, ihre traditionellen Exportmärkte in Asien und Afrika zurückzuerobern. „Wenn die Ukraine 80 % ihrer Produkte in asiatische und afrikanische Länder exportiert, wird es in Europa keine Probleme geben, denn so war es auch schon vor 2022. Wenn dieser Export nach Europa umgeleitet wird, entsteht ein Problem“, sagte Wojciechowski.
Nach seiner Auffassung kann das Problem durch unterstützende Maßnahmen angegangen werden, um die Ukraine wieder auf die Märkte zu bringen, auf denen sie früher präsent war und die durch die Krise verloren gingen. Wenn dies erleichtert wird, wird es in Europa keine großen Probleme geben.

