Das weitgehende Stillstehen des gigantischen Containerhafens Yantian im Süden Chinas sorgt für Chaos und Störungen im Welthandel. Der weltweite Containerverkehr erleidet zunehmend Verzögerungen, und die Transporttarife zwischen Shanghai und Rotterdam haben sich bereits verfünffacht.
Praktisch alle Güter und Halbfabrikate sind betroffen, auch solche aus der Agrarsektor. Analysten berichten, dass der Kapazitätsmangel dazu führt, dass Spediteure in manchen Fällen den Versand von landwirtschaftlichen Gütern und Zwischenprodukten (Agrochemikalien) ablehnen, um besser bezahlte Frachtaufträge annehmen zu können.
Die Staus in den südchinesischen Häfen entstanden, weil corona-kranke Hafenarbeiter immer weniger Schiffe pro Tag abfertigen konnten. Außerdem werden in chinesischen Häfen die Zollkontrollen aufgrund der Angst vor einer möglichen Einschleppung von Infektionen verschärft.
Der enorme Rückstau im Hafen von Yantian hat sich bereits auf andere chinesische Containerhäfen wie Shakou, Chihuahua und Nansha ausgeweitet, die sich in Shenzhen und Guangzhou befinden. Der weltweit größte Containertransporter Maersk sagt, dass Sendungen mindestens 16 Tage Verzögerung erfahren.
Als Anfang dieses Jahres der Suezkanal gesperrt war, konnte der Schiffsverkehr nach sechs Tagen wieder aufgenommen werden, während die Situation in Yantian seit mehreren Wochen andauert und kein Ende in Sicht ist. Der Hafen von Yantian verarbeitet etwa 13,5 Millionen Container pro Jahr, das sind rund 36.400 pro Tag.
Ein britischer Spediteur sagte letzte Woche, dass auch viele europäische Speditionsfirmen über überlastete europäische Häfen klagen und versuchen, ihre Ladungen auf andere Häfen umzuleiten. Besonders Hamburg und Antwerpen sind stark betroffen.

