Zwischen den deutschen Bundesländern gab es große regionale Unterschiede. Während im Saarland ein durchschnittlicher Pachtpreis von 99 € geschätzt wurde, waren die Pacht- und Mietpreise in den landwirtschaftlichen Gebieten an der niederländischen Grenze deutlich höher. In Nordrhein-Westfalen waren es im Durchschnitt 560 €. In Niedersachsen (548 €), Schleswig-Holstein (479 €) und Bayern (415 €) lagen die Pachtpreise ebenfalls deutlich über dem Bundesdurchschnitt.
Von insgesamt 16,6 Millionen Hektar Agrarfläche in Deutschland entfallen etwa 60 Prozent auf Pachtland; 38 Prozent sind im Eigentum von Landwirten. Der Großteil der gepachteten Flächen besteht aus Ackerland (69 Prozent), gefolgt von Dauergrünland (27 Prozent) und sonstigen Pachtflächen (4 Prozent). Zu Letzteren zählen Gebiete mit Weinbergen und Obstbäumen sowie Baumschulen und Gewächshäuser.
Es gibt auch große Unterschiede bei den Rechtsformen der landwirtschaftlichen Betriebe. Im vergangenen Jahr waren etwa 85 Prozent in Deutschland Einzelunternehmen, von denen mehr als die Hälfte Teilzeitbetriebe sind. Eine Minderheit (12 Prozent) bestanden aus Personengesellschaften und Betrieben sowie juristischen Personen, darunter Aktiengesellschaften und GmbHs. Diese Genossenschaften bewirtschaften durchschnittlich 176 Hektar pro Betrieb, deutlich größer als einzelne Betriebe mit 46 Hektar.
Auch ihre Marktposition gegenüber kleineren Betrieben ist stark: Große Betriebsformen bewirtschaften zusammen etwa 39 Prozent der Agrarflächen in Deutschland.
Es gibt verschiedene Gründe für den Anstieg der Pachtpreise: unter anderem wird Agrarland insgesamt knapper, aber auch technologische Fortschritte und die Zentralisierung von Betrieben führen zu mehr Wettbewerb. Tierhaltungsbetriebe benötigen beispielsweise mehr Fläche, um mehr Tiere unterzubringen.
Der WWF übt Kritik daran. „Land ist ein Spekulationsobjekt“, sagt Rolf Sommer, Leiter Landwirtschaft und Landnutzung beim WWF Deutschland. Die deutsche Landwirtschaft brauche Vielfalt, doch die europäische Agrarpolitik gehe laut WWF in die falsche Richtung. In der gesamten EU fließen 80 Prozent der Direktzahlungen aus der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) an nur 20 Prozent der Betriebe.
Zukünftig sollten die Hektarsubventionen abgeschafft werden, und es sollte eine Finanzierung für gesellschaftlich relevante Leistungen wie den Erhalt der Biodiversität, den Schutz des Grundwassers und des Klimas oder das Tierschutz geben.

