In Deutschland haben SPD, Grüne und FDP nach intensiven Verhandlungen ein Koalitionsabkommen in Grundzügen erreicht. Mit der Bildung einer zentristisch-linken „Ampel-Koalition“ rückt die CDU/CSU im Bundestag in die Opposition. Es ist vorgesehen, dass SPD-Chef Olaf Scholz Bundeskanzler wird und Angela Merkel ablöst.
Die drei Parteien hatten versprochen, vor Weihnachten eine neue Regierung zu bilden. Damit könnte Angela Merkel – wie geplant – im Dezember zurücktreten. Ihre CDU/CSU erlitt bei der letzten Wahl erneut Stimmverluste. Zweimal zuvor (1969-1982 und 1998-2005) befanden sich die Christdemokraten in der Opposition.
Obwohl noch nicht alle Details ausgehandelt sind, sind sich SPD, Grüne und FDP einig, dass keine Steuererhöhungen kommen sollen und die Mindestlöhne erhöht werden müssen. Im Allgemeinen haben sich die Parteien auch zur Wiederaufbau des Landes verpflichtet, um den Anforderungen des Klimawandels gerecht zu werden. Es wird eine umfassende Klima- und Umweltklausel geben.
Dabei soll auch die künftige deutsche Agrarpolitik eine Rolle spielen. Nach neuesten Berichten wird es kein eigenständiges Bundesministerium für Landwirtschaft mehr geben, sondern ein kombiniertes Ministerium für Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Ernährung. Damit soll versucht werden, die in den vergangenen Jahren bestehenden Gegensätze zwischen dem Landwirtschafts- und dem Umweltministerium zu überwinden.
Die Zusammensetzung des neuen Kabinetts wird heute noch nicht bekannt gegeben, doch die deutschen Medien spekulieren, dass das neue Megaministerium unter der Leitung von Steffi Lemke (Bündnis 90 / Die Grünen) stehen wird. Lemke gehörte 1989 zu den Mitbegründern der Grünen Partei im damaligen Ostdeutschland.
Lemke war von 1994 bis 2002 und erneut seit 2013 Mitglied des Deutschen Bundestags. Während dieser Zeit war sie Mitglied im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft. Sie hat an der Humboldt-Universität Berlin Agrarwissenschaften studiert und einen Abschluss in Agrartechnik mit Schwerpunkt Tierproduktion erworben.
Die deutschen Koalitionsverhandlungen wurden von einer Hauptverhandlungsgruppe geleitet, die aus jeweils sechs hochrangigen Vertretern jeder Partei bestand, sowie in 22 Arbeitsgruppen. In diesen Gruppen verhandelten Politiker der jeweiligen Parteien über die Details des Koalitionsvertrags.
Die Verhandlungen in der Arbeitsgruppe „Landwirtschaft und Ernährung“ führten für die SPD der Landwirtschaftsminister des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus. Renate Künast leitete die Gespräche für die Grünen, und Carina Konrad führte die Landwirtschaftsdelegation der FDP.

