Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat die Landes- und Regionalminister für Landwirtschaft dazu aufgerufen, für das Jahr 2023 bereits eine nationale Reserve an Kunstdünger anzulegen. Zudem fordert der DBV von Berlin eine vorübergehende Aussetzung der Umweltsteuer auf Energie und Kraftstoffe.
DBV-Vorsitzender Joachim Rukwied richtete seinen Aufruf an die halbjährliche Agrarministerkonferenz (AMK), die diese Woche stattfindet und morgen endet. Er zog einen Vergleich zu den Gas- und Ölreserven, die die EU-Länder in den kommenden Monaten aufbauen müssen.
Der DBV-Chef forderte Landwirtschaftsminister Cem Özdemir dazu auf, Maßnahmen zu ergreifen, um die Lebensmittelversorgung zu sichern und die Kosten im Griff zu behalten.
Der Deutsche Bauernverband (DBV) warnte vor Engpässen bei der Versorgung mit Düngemitteln. Kurzfristig müsse die Produktionskapazität für stickstoffhaltige Düngemittel aufrechterhalten werden, falls die russische Gasversorgung unterbrochen würde. „Sollten Ausfälle eintreten, sind ab 2023 erheblich niedrigere Ernten unvermeidbar“, betonte er.
Um die Kosten zu senken, erwartet der Bauernverband eine vorübergehende Aussetzung der Energiesteuer auf Kraftstoffe. Rukwied sieht das letzte Woche verkündete Hilfspaket der deutschen Koalitionsregierung als ersten wichtigen Schritt zur Entlastung der Landwirtschaft.
Darüber hinaus ruft der DBV die deutsche Regierung auf, alle Erleichterungen, die die Europäische Kommission Mitte März in der GAP-Landwirtschaftspolitik eingeführt hat, vollständig umzusetzen. „Wir müssen das vorhandene Potenzial zur Lebensmittelproduktion in Europa nutzen, um eine ausreichende Verfügbarkeit von Rohstoffen zu gewährleisten.“

