Trotz früherer Wahlversprechen, auf großflächige Staatsausgaben zu verzichten, haben CDU/CSU nun Milliardeninvestitionen für die Erneuerung der deutschen Autobahnen, Eisenbahnen und ländlichen Regionen zugestimmt. Darüber hinaus wird ein beträchtlicher Betrag für die wirtschaftliche Erholung bereitgestellt, mit dem Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu stärken und die Infrastruktur zu modernisieren.
Das Koalitionsabkommen sieht auch die Einführung eines Mindeststundenlohns von 15 Euro vor. Bauernverbände haben jedoch bereits eine Ausnahmeregelung für den Agrarsektor gefordert, aus Sorge, dass die erhöhten Lohnkosten die ohnehin knappen Gewinnmargen weiter belasten werden.
Die CSU hat durchgesetzt, dass sie den Landwirtschaftsminister in der neuen Regierung stellen darf. Obwohl die konkreten Ernennungen der Ministerposten erst später bekanntgegeben werden, unterstreicht diese Vereinbarung den Einfluss der CSU innerhalb der Koalition und ihren Fokus auf agrarische Themen.
Eine weitere Maßnahme im Abkommen ist die Wiedereinführung von Steuervergünstigungen für preiswerten Diesel für landwirtschaftliche Fahrzeuge. Dieser Schritt wird von den Bauern begrüßt, da er ihnen hilft, die Betriebskosten zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Agrarsektors zu sichern.
Friedrich Merz, der Vorsitzende der CDU, wird nach drei früheren Versuchen in den vergangenen zwanzig Jahren nun Bundeskanzler. Merz, der zuvor in der Finanzbranche tätig war, hat sich einen Ruf als Befürworter konservativer Wirtschaftsreformen erarbeitet und ist bekannt für seine scharfe Kritik an linken politischen Maßnahmen.
Die christdemokratische Allianz in Deutschland besteht aus zwei einzelnen Parteien: der Christlich Demokratischen Union Deutschlands (CDU), die vornehmlich im Norden und in der Mitte des Landes aktiv ist, und der konservativeren Christlich-Sozialen Union in Bayern (CSU), die im südlichen Bundesland Bayern operiert. Diese Zusammenarbeit ermöglicht es ihnen, gemeinsam eine breite politische Basis zu bilden.
Das Abkommen der schwarz-roten ‚Groko‘ (große Koalition) muss noch während des Parteitags von CDU/CSU und durch eine Mitgliederbefragung der SPD genehmigt werden, die für den 28. und 29. April geplant ist.

