Der Rückgang im Agrarsektor spiegelt breitere wirtschaftliche Trends in Deutschland wider. Das Wirtschaftswachstum wird durch strukturelle Herausforderungen wie steigende Energiekosten und stagnierenden Export gehemmt.
Trotz des allgemeinen Rückgangs gelang der deutschen Milchindustrie ein leichtes Wachstum. Dies ist vor allem auf die starke Nachfrage nach Milchprodukten im Ausland zurückzuführen. Deutschland bleibt ein wichtiger Exporteur von Milch und Käse, insbesondere in andere europäische Länder. Diese internationale Nachfrage kompensiert den geringeren Inlandsverbrauch.
Nach dem EY-Konjunkturbarometer wird der Rückgang steigenden Kosten für Düngemittel, Energie und Futter zugeschrieben. Viele Landwirte haben Schwierigkeiten, diese Kosten weiterzugeben, was zu geringeren Gewinnmargen führt. Besonders kleinere Betriebe haben es schwer.
Der Rückgang in der Landwirtschaft reiht sich in den breiteren wirtschaftlichen Abschwung in Deutschland ein. Die Wirtschaft schrumpfte im Jahr 2024 um 0,3 Prozent, nach einem ähnlichen Rückgang 2023. Nach Einschätzung von Ökonomen ist dies außergewöhnlich, da Deutschland lange als Motor der europäischen Wirtschaft galt.
Auch die deutsche Lebensmittelindustrie verzeichnete geringere Umsätze. Dies ist auf sinkende Kaufkraft der Verbraucher zurückzuführen, die zunehmend zu günstigeren Alternativen greifen. Die Verschiebung hin zu billigeren Marken trifft sowohl Inlandserzeuger als auch Exporteure.
Zur Unterstützung des Sektors plädieren Interessenverbände für mehr staatliche Förderung. Sie betonen, dass der Fokus auf Innovation und effizienter Ressourcennutzung zur Kostensenkung liegen muss. Zudem wird eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Technologieunternehmen gefördert.
Während einige Experten optimistisch auf eine mögliche Erholung im Jahr 2025 blicken, verweisen andere auf anhaltende Herausforderungen wie geopolitische Spannungen und wirtschaftliche Unsicherheiten in Europa. Die Agrarbranche wird erwartungsgemäß höchstens langsam wieder zu alter Form zurückfinden, abhängig von Energiepreisen und Exportchancen.

