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Deutsche Schweinehalter verlieren durch Schließung 20 Millionen pro Woche

Iede de VriesIede de Vries
Foto: Unsplash

Für Schweinehalter in Deutschland wird die Schlachtkapazität immer knapper. Es ist noch unklar, wann die Produktion am Hauptstandort von Tönnies wieder aufgenommen werden kann. Dadurch stauen sich die Tiere in den Ställen der Mastbetriebe und der Ferkelzucht, und der Fleischpreis ist deutlich gefallen.

Nach Angaben des deutschen Landwirtschaftsministeriums fehlen derzeit etwa 14 Prozent der Schlachtkapazität aufgrund von Corona-Fällen unter dem Personal und durch Maßnahmen auf den Höfen.

Das Werk von Tönnies in Rheda-Wiedenbrück wurde vor drei Wochen bis zum 17. Juli geschlossen, nachdem 1.400 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert waren. Ein neuer von Tönnies eingereichter Hygieneplan führte am Donnerstag nicht zu einer Entscheidung über einen Produktionsstart.

Tönnies ist mit Abstand der größte Verarbeiter schlachtreifer Schweine in Deutschland. Die Interessenvertretung der Schweinehalter in Deutschland (ISN) schätzt, dass mittlerweile 70.000 bis 100.000 Schweine pro Woche nicht geschlachtet werden konnten. Andere Quellen sprechen bereits von einem Rückstau bei der Verarbeitung von 400.000 Tieren.

Am Freitag forderte die ISN Klarheit darüber, wann die Schlachtung und Zerlegung in Rheda wieder beginnen können. „Jeder Tag verschlechtert die Lage auf den Schweinehöfen, nicht nur im Kreis Gütersloh, sondern in ganz Deutschland“, heißt es im aktuellen ISN-Marktbericht. Der Verband erhebt insbesondere Vorwürfe gegen den Landrat des Kreises Gütersloh, Sven-Georg Adenauer (CDU). Durch seine Unklarheit über eine mögliche Wiedereröffnung bringt er alle deutschen Schweinehalter in eine für ihre Existenz bedrohliche Situation, so die ISN.

Auch die Bundesveterinärkammer rief zu schnellen Lösungen auf. Händler treffen inzwischen keine Vereinbarungen mehr mit den Mastbetrieben. Durch die stark reduzierte Schlachtung gibt es ein Überangebot an Schweinen, das kürzlich ihre Preise gesenkt hat. Laut der VEZG sank der Preis innerhalb von zwei Wochen um 19 Cent auf 1,47 Euro pro Kilogramm. Anfang des Jahres erhielten die Landwirte etwa 1,90 Euro. Die deutschen Schweinehalter verlieren derzeit in nur einer Woche rund 20 Millionen Euro.

Dieser Artikel wurde von Iede de Vries geschrieben und veröffentlicht. Die Übersetzung wurde automatisch aus der niederländischen Originalversion generiert.

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