Auch Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grünen) erhält "Naturpaket"

Die neue Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) Lemke hat nicht die gleichen Aufgaben und Befugnisse wie ihre Vorgängerin Svenja Schulze (SPD). Diesmal werden die Aufgaben des Umweltministeriums eher ein „Naturpaket“ sein, das auf die Artenvielfalt abzielt. 

Die „Ampelkoalition“ in Berlin wird die deutsche Klimapolitik stärker mit der Wirtschaft verknüpfen: Internationale Klimapolitik geht an das Auswärtige, nationale und europäische Klimapolitik an die Wirtschaft. Auch in diesen beiden Ministerien gibt es Grüne: Robert Habeck und Annelene Baerbeck sowie Parteikollege Cem Özdemir zur Landwirtschaft (siehe Foto). Im Gegenzug hat das Umweltministerium nun auch die Bereiche Naturschutz, Reaktorsicherheit und Verbraucherschutz sowie für Produktsicherheit. 

Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung (SZ) bezeichnet Lemke die neue Ausrichtung ihres Ministeriums als "strategisch korrekt". Die Umweltministerin nennt den Naturschutz ebenso wie den Klimaschutz eine neue Kernaufgabe. Lemke sagte der SZ wörtlich: „Die Artenkrise ist die nächste große Schlacht. Sie ist mindestens so dramatisch wie die Klimakrise.“ 

Im Interview mit der SZ bezeichnet die Naturingenieurin Steffi Lemke die Speicherung von Kohlenstoff in Agrarflächen und Ökosystemen als wichtiges Ziel. Diese Kohlenstoffbindung würde renaturierte Heideflächen erfordern, wodurch naturnahe Wälder entstehen und mehr Wasser gespeichert werden. 

Biodiversität, landwirtschaftliche Produktionsmethoden, Lebensstil und Konsumverhalten hängen laut dem Grünen-Politiker eng zusammen. Wenn in den norddeutschen Küstenprovinzen Düngemittelreste von Feldern und Äckern in die Ostsee fließen, führt dies dort zu Algenblüten. Jeder, der will, kann es sehen, sagte der Minister. 

Sie sagte: „Wir wissen, dass die industrielle Landwirtschaft die größte Bedrohung für die Biodiversität darstellt. Aber niemand würde sagen, dann machen wir keine Landwirtschaft mehr." Auch sanierte Auen oder Feuchtheiden könnten weiter bebaut werden, nur anders als bisher. Der Minister ist offen für den Ausbau der Windenergie an Land, auch in Waldgebieten.

Bei ihrem ersten Treffen der europäischen Umweltminister am Montag betonte Steffi Lemke die Bedeutung einer entwaldungsfreien Nahrungsmittelproduktion und -importe: „Der Waldschutz ist für den Klimaschutz und die Biodiversität absolut entscheidend.

Produzenten müssen nachweisen können, dass ihre landwirtschaftlichen Produkte beispielsweise nicht aus Abholzung stammen. Die Europäische Kommission wolle in den kommenden Monaten in diesem Bereich Fortschritte erzielen, sagte der vorläufige EU-Präsident Frankreich bereits.