Die ZKL hat im vergangenen Jahr verschiedene Empfehlungen zur Reform der Landwirtschaft ausgesprochen. Einer der wichtigsten Punkte ist die Anerkennung, dass dies eine kollektive Verantwortung ist. Die Kommission betont, dass der Agrarsektor sich transformieren muss, um umweltfreundlicher und tierfreundlicher zu werden, während die wirtschaftliche Lebensfähigkeit der Landwirte erhalten bleibt.
In den vergangenen Wochen war innerhalb der Zukunftskommission zwischen beiden Delegationen eine Krisenstimmung entstanden, nachdem die Umweltorganisationen den DBV-Vorsitzenden Joachim Rukwied für seine öffentliche Distanzierung von der ZKL-Zustimmung zu Plänen zur Finanzierung des Umbaus veralteter Tierställe und mehr Tierschutz kritisiert hatten.
Die Mitte-Links-Staatsregierung Deutschlands (aus SPD, Grünen und FDP) plant, dies teilweise durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Fleisch (von 7 auf 19 Prozent) zu finanzieren, und hat das im vergangenen Monat im Agrarhaushalt des nächsten Jahres aufgenommen. Rukwied kritisierte dies stark und drohte sogar mit neuen Bauernprotesten. Er warf den Umwelt- und Naturschutzorganisationen vor, in der ZKL der umstrittenen Fleischsteuer zugestimmt zu haben, während die deutsche Politik seiner Ansicht nach noch zu wenige strukturelle Verbesserungen umsetzt.
Bei einem klärenden Gespräch in der vergangenen Woche habe der Deutsche Bauernverband erklärt, die Grundsätze der ZKL weiterhin unterstützen zu wollen. Gleichzeitig sei beiden Seiten bewusst geworden, dass sie den Plänen der Koalition nicht kritiklos folgen müssen. Dass sich die ZKL zuletzt mit Ad-hoc-Lösungen beschäftigt habe, sei eine Fehlentscheidung gewesen, so wird von beiden Seiten eingestanden.
Vor Kurzem geführte Gespräche zwischen der ZKL und der deutschen Bundesregierung, einschließlich eines Treffens mit Bundeskanzler Olaf Scholz, führten zu einigen wichtigen Zusagen. Scholz erkannte die Dringlichkeit der Lage an und versprach Maßnahmen, die sowohl den Agrarsektor als auch die Umweltziele unterstützen.

