Das deutsche Landwirtschaftsministerium setzt seine Aufklärungskampagnen zur Verhinderung der Afrikanischen Schweinepest fort.
Nach Angaben der Bundesregierung gibt es in Deutschland ausreichend Laborkapazitäten für Untersuchungen auf Afrikanische Schweinepest im heimischen Viehbestand. Im Nachbarland Polen wurde inzwischen ein Drittel des Landes zur „verseuchten Zone“ erklärt, in der strikte Verbote gelten. Die östlichen Bundesländer Deutschlands errichten inzwischen Zäune entlang der Grenze, um die Einschleppung infizierter Wildschweine zu verhindern.
In Deutschland laufen Projekte zum Aufspüren und Entfernen von verendeten Wildschweinkadavern mit Jagdhunden in Saarland, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein. Die Zahl der betroffenen Betriebe hat wieder zugenommen, wobei ein neuer Fall nur 50 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt festgestellt wurde.
Der oberste Veterinärbeamte in Polen meldete inzwischen 7 neue Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Schweinen auf dem Staatsgebiet der Republik Polen. In den vergangenen zwei Wochen haben die Ausbrüche deutlich zugenommen. Seit dem 20. Juli wurden im Land 30 neue Schweineinfektionen nachgewiesen. Diese Situation führt nicht nur zur Notwendigkeit, tausende Tiere zu schlachten, sondern auch dazu, eine große Anzahl Herden in der blauen Zone (Transportverbote) aufzunehmen.
Marktbeobachter in Polen sprechen von einer dramatischen Lage. Allein in der ersten Jahreshälfte mussten fast 50.000 Schweine aufgrund der ASP-Fälle getötet werden, was mehr ist als im gesamten Jahr 2019. Im Vorjahr gab es 48 ASP-Ausbrüche bei Hausschweinen in Polen; jetzt sind es bereits 37. Alle Betriebsgrößen sind betroffen – von landwirtschaftlichen Betrieben mit zwei Schweinen bis hin zu Mastanlagen mit 9.500 Tieren. Insgesamt mussten im Jahr 2019 über 35.000 Schweine getötet werden.
Aleksander Dargiewicz vom polnischen Schweinezüchterverband POLPIG erklärt, dass die ASP-Krankheit nicht nur Schweinehalter trifft, sondern die gesamte Lebensmittelindustrie und erhebliche Auswirkungen auf den Staatshaushalt hat. Transportbeschränkungen in den blauen Zonen machen die Produktion unrentabel. Der Mangel an Schlachtbetrieben, die Schweine aus diesen Zonen schlachten – die 36 % des Schweinebestandes des Landes beherbergen – hat die Einkaufspreise drastisch gesenkt.
Laut Dargiewicz ist der Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest außerordentlich schwierig und vor allem kostspielig. Er fordert, dass viel intensiver auf Wildschweine gejagt wird, Kadaver aus den Wäldern entfernt werden müssen und ein biologischer Schutz der Schweinebestände entwickelt wird.

