Ab sofort werden landwirtschaftliche Betriebe im MKS-Ausbruchsgebiet bei Hönow seltener kontrolliert. Zudem wird das Schutzgebiet, das bisher innerhalb eines Radius von 3 Kilometern galt, auf ein Überwachungsgebiet reduziert. Laut dem BMEL-Ministerium ist der Transport von Paarhufern von oder in das Gebiet weiterhin verboten.
Die komplette Überwachung kann frühestens Ende Februar vollständig aufgehoben werden. Alle Gebiete außerhalb der betroffenen Zone könnten Mitte April wieder den Status MKS-frei erhalten, was bedeutet, dass dann erst keine Einschränkungen für den Handel in diesen Gebieten mehr gelten.
Für die deutsche Landwirtschafts- und Viehwirtschaftsbranche geht der Verlust des MKS-freien Status mit Marktverzerrungen und Exportverboten einher. Bundesminister Cem Özdemir spricht von einem möglichen Schaden von mehr als hundert Millionen Euro für Viehhalter, Molkereibetriebe und Fleischverarbeiter.
Im Bundesland Brandenburg befinden sich derzeit etwa 50.000 Mastschweine, die nicht transportiert werden dürfen. Das kann Kosten von 200.000 Euro pro Woche verursachen. Die Berliner Zoos waren 13 Tage lang geschlossen und hatten einen Schaden von 150.000 Euro pro Tag.
Im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU gibt es die Möglichkeit für außergewöhnliche Beihilfemaßnahmen in einer solchen Lage. Mehrere EU-Länder, darunter Deutschland und Niederlande, haben EU-Kommissar Hansen gebeten, solche Hilfen zu prüfen. Dies wurde bereits in der Vergangenheit gehandhabt, beispielsweise bei BSE oder Corona.
Außerdem haben die deutschen Behörden letzte Woche bestätigt, dass erneut ein wildes Schwein in Ost-Deutschland mit Afrikanischer Schweinepest infiziert wurde. Trotz großer Anstrengungen zur Bekämpfung der ASP wurde im Landkreis Bautzen im östlichen Bundesland Sachsen, das an Tschechien und Polen grenzt, erneut eine Infektion festgestellt. Das ist erstmals seit fast sechs Monaten der Fall. Eigentlich war geplant, nächsten Monat den ASP-freien Status wiederherzustellen, was nun nicht möglich ist.
Des Weiteren hat Minister Cem Özdemir Viehhalter, Schaf- und Ziegenzüchter dazu ermutigt, ihre Tiere gegen das Blauzungenvirus (BTV 3) impfen zu lassen. Die Impfung sei die beste Methode, Tiere vor Krankheiten zu schützen und trage somit effektiv dazu bei, die wirtschaftlichen Folgen für landwirtschaftliche Betriebe zu begrenzen, so sein Statement.
Saisonal nimmt im Frühjahr die Aktivität der Mücken zu, die das Virus übertragen, wodurch auch das Risiko für Ausbrüche von BTV-3 steigt. Die großflächige Impfung von anfälligen Tieren mit den derzeit verfügbaren BTV-3-Impfstoffen kann diese Situation beheben. Die Impfquote bei anfälligen Tieren liegt in Deutschland allerdings weiterhin sehr niedrig.

