Laut dem spanischen Landwirtschaftsministerium haben die chinesischen Behörden weitere acht spanische Schweinezuchtbetriebe für die Lieferung von Schweinefleisch nach China zugelassen. Damit steigt die Anzahl der Betriebe in Spanien, die für den Export von Schweinefleisch nach China anerkannt sind, auf 57. Vor einem Jahr waren es nur 28.
Spanien hat Deutschland im vergangenen Jahr bereits als wichtigsten Lieferanten von Schweinefleisch aus sogenannten ‚Drittländern‘ in China überholt. Nach den aktuellen Zahlen der spanischen Landwirtschaftsabteilung belief sich die Ausfuhr spanischer Schweinefleischprodukte nach China im Jahr 2019 insgesamt auf 1,13 Milliarden Euro; das waren 119 Prozent mehr als im Jahr zuvor.
Schweinefleisch ist das wichtigste Produkt des spanischen Agrarexports nach China. Im Jahr 2019 machte es laut Madrid 55 Prozent des gesamten Agrarexports in die Volksrepublik aus, nach 36 Prozent im Vorjahr. Deutsche Exporteure lieferten im vergangenen Jahr 323.134 Tonnen Schweinefleisch nach China. Spanische Lieferanten exportierten im selben Zeitraum 381.630 Tonnen frisches Schweinefleisch. Nach Spanien, Deutschland und den Vereinigten Staaten belegte Dänemark 2019 den vierten Platz bei den chinesischen Schweinefleischimporten.
Da die Afrikanische Schweinepest fast die Hälfte der Ferkel und Schweine in China ausgelöscht hat, hat China Anfang dieses Monats auch beschlossen, mehr Ferkel und Sauen zu importieren. Damit will China wieder einen vollwertigen eigenen Schweinebestand aufbauen. Peking hat hierfür eine spezielle Prüfung für ausländische Lieferanten eingeführt.
Übrigens ist die Verbreitung der Schweinepest bereits fast in Deutschland angekommen. Nach Informationen von Euronews ist diese Krankheit, die sowohl Wildschweine als auch gezüchtete Schweine befällt, in den vergangenen Wochen näher an Europa herangerückt. Im Westen Polens, nur zehn Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, wurden in den letzten Wochen Körper infizierter Wildschweine gefunden. Wildschweine können die Krankheit auf Haus- bzw. Zuchtschweine übertragen, jedoch nicht auf Menschen.
Nach Angaben von Euronews wurden im vergangenen Jahr fast 35.000 Schweine in Nordostpolen getötet, und in diesem Jahr wurden aus Vorsorge bereits 24.000 Tiere eingeschläfert. Um der Schweinepest Einhalt zu gebieten, wurde in Dresden, nahe der polnischen Grenze, eine spezielle Taskforce eingerichtet. Diese soll die florierende deutsche Schweinefleischindustrie schützen. Deshalb wurde beschlossen, einen 130 Kilometer langen Zaun zu errichten.

