Die Schweizer Landwirtschaft ist stark von staatlicher Unterstützung abhängig, insbesondere wegen der hohen Kosten für nachhaltige Landwirtschaft und der herausfordernden regionalen Bedingungen im Land.
Nach Angaben der Regierung in Bern ist die Umsteuerung notwendig, um andere Ausgaben erhöhen zu können, wie etwa die für die Verteidigung, aufgrund der sich verändernden internationalen Sicherheitslage. Bereits jetzt wird gefordert, die Altenpflege, Entwicklungshilfe und Landwirtschaft zu schonen. Dadurch entsteht ein Spannungsfeld zwischen politischen Parteien und verschiedenen Interessengruppen, darunter Bauernorganisationen.
Die Schweizer Bauern reagieren wütend auf die Sparpläne und haben sich mit Protestaktionen und Demonstrationen mit Traktoren in verschiedenen Teilen des Landes mobilisiert. Die Bauern weisen darauf hin, dass ihre Kaufkraft in den letzten Jahren bereits stark gesunken ist, unter anderem durch steigende Kosten und niedrige Marktpreise für landwirtschaftliche Produkte wie Milch.
Ein wesentlicher Einwand der Bauern ist, dass die Einsparungen dem Ziel von Ernährungssicherheit und nachhaltiger Landwirtschaft widersprechen. Sie kritisieren, was sie als "falsche Agrarpolitik" ansehen, bei der widersprüchliche Vorschriften und niedrige Preise sie in die Enge treiben.
Eine Petition mit 65.000 Unterschriften wurde letzte Woche der Schweizer Regierung übergeben, in der verlangt wird, die wichtigsten Einsparungen zurückzunehmen. Außerdem wollen sie, dass die Preise für landwirtschaftliche Produkte besser an die Produktionskosten angepasst werden.
Diese schweizerischen Aktionen kommen nicht aus dem Nichts: Im vergangenen Jahr protestierten Bauern in anderen europäischen Ländern wie Deutschland und Frankreich gegen nationale Agrarpolitik. Damals blieb es in der Schweiz in landwirtschaftlichen Kreisen ruhig. Schweizer Agrarorganisationen wie der Schweizer Bauernverband (SBV) sind nun gegen mögliche Einsparungen aufgestanden.
Die Schweizer Bauern drohen sogar mit einer Eskalation ihrer Proteste, darunter mögliche Blockaden mit Traktoren in städtischen Gebieten. Sie fordern nicht nur den Erhalt der Subventionen, sondern auch Reformen, die einen fairen Preis für ihre Produkte rechtfertigen, damit ihre Betriebe überlebensfähig bleiben.

