Der Bericht der Rechnungskammer wurde von politischen Parteien mit Besorgnis aufgenommen. Mehrere Politiker nennen ihn eine „Zeitbombe“, die jederzeit explodieren kann. Ihrer Ansicht nach ist klar, dass eine effektive Bekämpfung der Stickstoffemission nur möglich ist, wenn zunächst ein Ende der aktuellen Situation mit mangelhafter Kontrolle gesetzt wird.
Kürzlich ergab eine neue Umweltstudie, dass die Qualität des Oberflächenwassers viel schlechter ist als bisher berechnet, insbesondere in den Hunderten von Buchten, Fjorden und Flussmündungen entlang der langen, zerklüfteten dänischen Küsten. Für Dänemark drohen EU-Strafzahlungen, wenn die Nitratverschmutzung nicht deutlich reduziert wird.
Landbrug & Fødevarer, die Interessenvertretung der dänischen Bauern, erklärt, dass Bauern sich nicht einfach des übermäßigen Kunstdünger-Einsatzes schuldig machen. Sie räumen jedoch ein, dass mehr getan werden kann und sind offen für neue Kontrollsysteme.
Der Bericht löste zudem einen politischen Sturm aus, da derzeit Verhandlungen über die Höhe einer zukünftigen „tripartiten“ CO2-Steuer auf Landwirtschaft und Tierhaltung laufen. Für diese Tarife liegen drei Varianten auf dem Tisch. Diese neue Steuer könnte zur Umwandlung von etwa 11 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen in Wald- und Naturschutzgebiete führen.
Für die Landwirte kommt der Bericht der Rechnungskammer über die fehlenden agrarischen Kontrollen an zwei Punkten zu einem ungünstigen Zeitpunkt: Während ihre Verhandlungsführer versuchen, die landesweite CO2-Abgabe so niedrig wie möglich zu halten, zeigt eine Vermögensuntersuchung, dass die dänischen Bauern in den letzten fünf Jahren ihr Vermögen fast verdoppelt haben, vor allem durch höhere Preise, niedrigere Zinssätze und Refinanzierung.
Der Wert der dänischen landwirtschaftlichen Betriebe hat sich damit fast verdoppelt auf etwa 17 Millionen Dänische Kronen pro Bauer, hauptsächlich im Ackerbau und in der Schweinezucht. Es wird nun gesagt, dass die Branche diese neue Klimasteuer gut tragen kann.
Darüber hinaus zeigt sich, dass eine bevorstehende Verkleinerung von Landwirtschaft und Tierhaltung bereits Auswirkungen auf die Nachfrage nach landwirtschaftlichen Flächen hat. Die Preise pro Hektar haben sich im vergangenen Jahr je nach Lage und Nähe zum Stromnetz im Durchschnitt teilweise mehr als verdoppelt (von 200.000 Kronen auf bis zu 500.000 Kronen).
Dies bietet ausscheidenden Bauern die Möglichkeit, ihr Land zu hohen Preisen zu verkaufen, führt aber auch zu großen Problemen für junge Bauern, die erstmals Flächen kaufen wollen.

