Die Europäische Kommission ist der Ansicht, dass die niederländische Landwirtschaft die Emission umweltschädlicher Stoffe wie Stickstoff und Ammoniak ernsthaft reduzieren muss. Andernfalls läuft Niederlande Gefahr, internationale Umwelt- und Klimaverträge wie das Pariser Klimaabkommen und die Wasserrahmenrichtlinie nicht einzuhalten.
Dies geht aus den Empfehlungen hervor, die die Europäische Kommission kürzlich an die Niederlande zur Erstellung eines Nationalen Strategischen Plans gegeben hat. In einem solchen NSP muss Holland später in diesem Jahr Brüssel darlegen, wie Den Haag die neuen EU-Umweltziele („Green Deal“) der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) in die Praxis umsetzen will.
In den kommenden Monaten wird die Europäische Kommission eine Fülle konkreter Green Deal-Vorschläge vorlegen, vor allem im Juni. Die Kommission wird auch prüfen, was pro Land machbar ist. Länder, die Aufholbedarf haben, können mit zusätzlichen EU-Zuschüssen rechnen. Dabei werden Landwirte (noch?) nicht zu einer anderen Betriebsführung verpflichtet, sondern sollen durch Subventionen und Prämien dazu verleitet werden.
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Der Fokus liegt vor allem auf der Vom-Hof-auf-den-Tisch-Strategie sowie dem Erhalt der Biodiversität mit Zielen für mehr ökologische Landwirtschaft und agrarische Landschaften sowie der Halbierung des Einsatzes schädlicher Pestizide innerhalb von zehn Jahren.
Brüssel weist Landwirtschaftsministerin Carola Schouten auf den gestiegenen Einsatz von Kunstdünger und Mist sowie auf die Emission von Treibhausgasen (Methan und Lachgas) hin. Diese Emissionen sind in den Niederlanden pro Hektar Ackerfläche viermal so hoch wie der EU-Durchschnitt, vor allem auf Sandböden.
Darüber hinaus halten sich die Niederlande nicht ausreichend an die Vorschriften gegen Wasserverschmutzung. Die intensive Nutzung des Landlebens durch die Landwirtschaft hat zu einem Absinken des Grundwasserspiegels, insbesondere in Moorgebieten, geführt. Dadurch ist die Schwammfunktion des ländlichen Raums „erheblich vermindert“ worden.
„Aufgrund des Klimawandels wird es in den Niederlanden voraussichtlich wärmer und feuchter mit häufigeren sommerlichen Dürreperioden und steigendem Meeresspiegel. Viele dieser Herausforderungen sind bereits spürbar. Schwere Dürren haben in den vergangenen drei Jahren zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden geführt.“

