In Niederlande wird Personen mit Schnupfen, Husten, Halsschmerzen oder Fieber geraten, zu Hause zu bleiben; sie sollen soziale Kontakte so weit wie möglich vermeiden, bis sie sich wieder erholt haben.
Für Mitarbeiter in niederländischen Krankenhäusern und anderen „unverzichtbaren Bereichen“ gilt eine höhere Schwelle: Sie sollen nur dann krank zu Hause bleiben, wenn sie wirklich krank sind. Unternehmen wurden gebeten, ihre Mitarbeiter so viel wie möglich von zu Hause aus arbeiten zu lassen. Universitäten und Hochschulen werden geschlossen, doch die Grund- und weiterführenden Schulen sollen geöffnet bleiben.
Des Weiteren werden alle Veranstaltungen mit mehr als 100 Menschen in den gesamten Niederlanden abgesagt. Auch Museen, Theater und Sportvereine erhalten die Empfehlung, in den kommenden Wochen ihre Türen zu schließen. Restaurants mit mehr als 100 Sitzplätzen müssen geeignete Maßnahmen zur Infektionsvermeidung ergreifen. Die neuen Maßnahmen gelten mindestens bis zum 1. April.
Viele andere europäische Länder ergreifen ebenfalls strenge Maßnahmen, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. In vielen Ländern sind alle Schulen für die nächsten zwei bis drei Wochen geschlossen; in anderen europäischen Ländern gibt es Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr.
Frankreich, wo mehr als 2000 Personen infiziert sind, hat Schulen in der stark betroffenen Region Bretagne und im Département Oise nördlich von Paris geschlossen. Auf nationaler Ebene sind Versammlungen mit mehr als tausend Personen verboten. Die Regierung rät zudem davon ab, ältere Menschen zu besuchen, und rät vom Händeschütteln sowie dem französischen doppelten Wangenkuss ab.
Deutschland meldete am Donnerstag fast 2000 Infektionen. Die Regierung empfiehlt, Veranstaltungen mit mehr als fünfhundert Personen abzusagen. Große Events wie die Hannover Messe oder der Buchmarkt in Leipzig wurden abgesagt. Theater und Konzertstätten in Berlin sind geschlossen. Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte am Mittwoch, davon auszugehen, dass 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung das Coronavirus bekommen werden.
In Belgien soll möglichst von zu Hause gearbeitet werden, und Veranstaltungen mit mehr als tausend Personen werden abgeraten. Große Innenveranstaltungen sind verboten. Im Land, in dem mehr als dreihundert Menschen infiziert sind, wird außerdem geraten, während der Hauptverkehrszeiten den öffentlichen Nahverkehr zu meiden und keinen Händedruck mehr zu geben.
Auch in Skandinavien, mit insgesamt über 1500 Infektionen, werden strenge Maßnahmen getroffen. In Dänemark sind Schulen geschlossen, und die Bevölkerung wurde gebeten, möglichst zu Hause zu bleiben. Norwegen schließt die Grenzen zu stark betroffenen Ländern, und Schweden warnt, dass noch härtere Maßnahmen folgen werden. Dänemark rät von Versammlungen mit mehr als hundert Personen ab, Norwegen und Schweden setzen diese Grenze bei fünfhundert.
In Italien, dem am stärksten betroffenen Land Europas, ist das öffentliche Leben nahezu zum Stillstand gekommen. Am Donnerstag gab das Land bekannt, alle Geschäfte außer Supermärkten und Apotheken zu schließen. Schulen, Restaurants, Museen und andere öffentliche Einrichtungen waren bereits vorher geschlossen worden. Auch Sportveranstaltungen finden nicht statt. Die Maßnahmen gelten mindestens bis zum 3. April.

