Die Vereinten Nationen begrüßen den „Erfolg“ der jüngsten Vereinbarung zwischen Kiew und Moskau zur Entblockierung des Getreideexports über das Schwarze Meer. Um jedoch eine weltweite Ernährungskrise zu verhindern, plädieren die UN nun auch für niedrigere Lebensmittel- und Kunstdüngerpreise.
Die Vereinbarung zwischen Kiew und Moskau hat es ermöglicht, die Lebensmittelpreise zu senken, erkennen die Vereinten Nationen an. Nun sagt jedoch eine Unterorganisation der UN, dass die Preise für russischen Kunstdünger gesenkt werden müssen, um einer Ernährungskrise vorzubeugen.
Cnuced, die UN-Organisation für Handel und Entwicklung, erinnerte daran, dass zu hohe Kunstdüngerpreise ein großes Hindernis für die Normalisierung des Lebensmittelmarktes darstellen. Die Preise für synthetische Düngemittel haben sich in den vergangenen anderthalb Jahren infolge von Lieferunterbrechungen aus Russland, dem weltweit größten Exporteur, sowie durch steigende Gaspreise, die für die Produktion essentiell sind, verdreifacht.
Am 22. Juli 2022 wurden unter der Schirmherrschaft der UN zwei Vereinbarungen zwischen Kiew und Moskau unterzeichnet. Die eine zielt darauf ab, den ukrainischen Getreideexport wieder aufzunehmen, die andere den russischen Export von Lebensmitteln und Kunstdünger. Diese Vereinbarung läuft Ende November aus.
Die UN hofft auf eine Verlängerung, da sie eine wichtige Ergänzung zur Bekämpfung der weltweiten Ernährungskrise darstellt. Mittlerweile wurden fünf Millionen Tonnen verschifft. Dies hat zweifellos Auswirkungen auf die Getreidemärkte gehabt. Der FAO-Lebensmittelpreisindex sank im August 2022 zum fünften Mal in Folge auf den niedrigsten Stand seit sieben Monaten.
Im Vorfeld des G20-Gipfels, der im November in Indonesien stattfinden wird, wird in Paris ein Treffen von Kunstdüngerproduzenten organisiert, um die Produktion zu intensivieren.

