Ein bedeutender Geldgeber hinter der neuen anti-europäischen Brexit-Partei verlangt, dass sein Verbündeter Nigel Farage sich aus noch mehr britischen Wahlkreisen zurückzieht. Der reiche Brexit-Finanzier Arron Banks sagt, dies sei notwendig, um den Konservativen von Premierminister Boris Johnson am 12. Dezember zum Wahlsieg zu verhelfen.
Farage hatte Anfang dieser Woche bekanntgegeben, in über 300 Wahlkreisen keine eigenen Kandidaten aufzustellen, in denen die Konservativen bei den letzten Wahlen nur eine knappe Mehrheit erzielten. Farage und Johnson werben beide um die Stimmen der Brexit-Befürworter. Farage stand bereits zuvor unter Druck, dem Premierminister nicht zu sehr in die Quere zu kommen, um den britischen EU-Austritt nicht zu gefährden.
Banks sagt nun, Farage solle sich auch aus weiteren Wahlkreisen zurückziehen. Seiner Ansicht nach müsse sich die Brexit Party auf die vierzig oder fünfzig Wahlkreise konzentrieren, in denen die Tories keine Chancen haben. Dort könne die Brexit Party Labour erheblichen Schaden zufügen“, sagte der Geschäftsmann. Labour wolle erneut mit der EU verhandeln (über einen begrenzten britischen Austritt) und anschließend ein zweites Referendum abhalten.
Banks erwartet, dass ein Brexit nur stattfinden werde, wenn Johnson die Wahlen gewinnt. Falls es keine konservative Mehrheit gebe, sei der Brexit vorbei, so verteidigt er nun seine Entscheidung, den Konservativen Priorität einzuräumen.
Farage hat bisher nicht öffentlich auf die neue Forderung von Arron Banks nach nahezu vollständigem Rückzug reagiert. Innerhalb der Brexit Party gab es gestern schwere Kritik an Farages Entscheidung, in über 300 Wahlkreisen nicht anzutreten. Ursprünglich hatte er den Konservativen eine Koalition angeboten, die Boris Johnson jedoch ablehnte. Daraufhin kündigte Farage an, in allen Wahlkreisen Kandidaten zu stellen, von der er nun wieder Abstand nimmt. Zudem sorgte es für Verwunderung, dass Farage sich selbst in seinem Wahlkreis nicht als Kandidat für das Unterhaus aufstellte.
Auch die Gegner eines britischen EU-Austritts haben in einigen Dutzend Wahlkreisen eine Koalition geschlossen, um nicht gegeneinander anzutreten. Dadurch scheinen die Liberal Democrats bereits jetzt einige Dutzend Sitze zu gewinnen, und die Grünen sowie eine regionale Partei aus Wales mindestens ein Dutzend Sitze.

