Finnland kämpft seit einigen Wochen mit einer ernsten Lage, nachdem auf mehreren Zuchtbetrieben die Vogelgrippevariante H5N1 festgestellt wurde.
Die Infektion wird Berichten zufolge durch Möwen verursacht, die mit dem Futter der Nerze und Füchse in Kontakt gekommen sind. Dies hat Fragen zur Umwelt- und Hygienesituation auf den finnischen Viehzuchtbetrieben aufgeworfen, die möglicherweise zur Verbreitung des Virus beitragen.
Ende Juli wurde die Vogelgrippe auf 20 Pelztierfarmen nachgewiesen, während Proben von weiteren vier Betrieben derzeit analysiert werden, teilte die Lebensmittelbehörde mit. Finnland ist der größte Produzent von Fuchsfell in Europa und der zweitgrößte weltweit. Jedes Jahr werden etwa zwei Millionen Füchse aufgezogen und getötet, wie aus Zahlen des finnischen Pelztierzüchterverbandes (FIFUR) hervorgeht.
Als Reaktion auf die Situation haben die Behörden finnischen Jägern die Erlaubnis erteilt, in der Umgebung der hunderten Viehbetriebe mehr Vögel zu schießen. Dies soll das Risiko einer weiteren Verbreitung des Vogelgrippevirus minimieren.
Der Ausbruch der Vogelgrippe auf Nerz- und Fuchszuchtbetrieben hat auch die Besorgnis von Virologen geweckt. Die Lage wird in Finnland als beunruhigend betrachtet und kann eine erhebliche Bedrohung für die öffentliche Gesundheit darstellen, befürchten Virologen.
Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern wie Dänemark und Niederlande, die vor zwei Jahren beschlossen, die Nerzzucht aufgrund der Angst vor der Verbreitung des Coronavirus vollständig zu schließen, hat Finnland einen anderen Ansatz gewählt. Trotz des jüngsten Ausbruchs der Vogelgrippe hat Finnland beschlossen, die Pelzindustrie aufrechtzuerhalten.
In mehreren Ländern wurden in letzter Zeit mehrere Fälle gemeldet, bei denen Säugetiere mit Vogelgrippe infiziert wurden. Im Dezember wurde in Frankreich eine Katze infiziert, in Spanien wurde die Variante bei Nerzen gefunden und in den Vereinigten Staaten erkrankten drei Grizzlybären an Vogelgrippe.
In England wurde die Krankheit in den vergangenen Monaten bei Füchsen und Seehunden festgestellt. Auch in den Niederlanden infizierten sich Säugetiere. Im Januar wurde bei einem Fuchs in Nordbrabant die Vogelgrippe des Typs H5N1 festgestellt, und zuvor infizierten sich unter anderem in den Niederlanden ein Marderhund, ein Dachs und ein Otter.

