In der zweiten und entscheidenden Runde der französischen Präsidentschaftswahl werden die meisten französischen Bauern am Sonntag für Präsident Macron stimmen und nicht für seine rechtsextreme Herausforderin Marine Le Pen.
Le Pen kann mit ihrer anti-europäischen Politik nicht mit Unterstützung der französischen Landwirtschaftsverbände rechnen, wie letzte Meinungsumfragen und Wahlempfehlungen in der vergangenen Woche zeigten.
Die Vorsitzende des französischen Bauernverbands (FNSEA), Christiane Lambert, erinnerte in einem internen Rundschreiben daran, dass der Verband statutengemäß unpolitisch ist und lediglich zur Teilnahme an den Wahlen aufruft. Gleichzeitig plädierte Lambert für ein „stärkeres Europa“ und warnte vor einer gespaltenen EU „auf Grundlage übertriebener nationaler Sichtweisen“.
Die Präsidentin der FNSEA forderte die französischen Bauern auf, wählen zu gehen. „Diese Wahl ist von größter Bedeutung für unser Land“, betonte sie. „Die nationale Landwirtschaft muss in ein geeintes und starkes Europa passen, das nicht zum Primat des Eigeninteresses und der nationalen Politik zurückkehrt.“
Le Pen kann auch keine Unterstützung anderer französischer Branchenorganisationen erwarten. Während der kleine Bauernverband Coordination Rurale (CR) keinen Kommentar zur gesamten Wahlkampagne abgab, rief die Confédération Paysanne (Conf’) ihre Mitglieder dazu auf, nicht für Le Pen zu stimmen. Der Verband der landwirtschaftlichen Familienbetriebe (MODEF) forderte ebenfalls dazu auf, Macrons Konkurrentin zu blockieren.
Zahlreiche Nichtregierungsorganisationen, darunter Greenpeace, positionierten sich ebenfalls gegen Le Pen. Obwohl Macron viele frühere Wahlkampfversprechen zu Umwelt- und Sozialfragen gebrochen habe, dürfe die „xenophobe, rückschrittliche und isolationistische“ Politik von Le Pen nicht übersehen werden, so Greenpeace.
Nicht nur moderne Liberale oder Progressive, sondern auch viele französische Landwirte sind mit der Politik von Präsident Macron in seiner vergangenen fünfjährigen Amtszeit nicht wirklich zufrieden. Viele linke Wähler geben an, gar nicht wählen zu gehen. Dennoch tendieren viele Unentschlossene dazu, für Macron zu stimmen, um die „noch größere Bedrohung“ einer rechtsextremen Präsidentschaft von Marine Le Pen zu verhindern.
Bereits zuvor war bekannt geworden, dass ihr Front National in den vergangenen Jahren finanzielle Unterstützung aus Moskau erhalten hat und Marine Le Pen vom Präsidenten Putin herzlich empfangen wurde.

